Bibel und Gemeinde
1998-3
Stimmen der Väter

Der letzte apologetische Bibelforscher?

Das Leben des Bibelbund-Mitglieds Kirchenrat Dr. Eduard Rupprecht (1837-1907)


5. Das "Ende der Welt"

Erwähnenswert ist Eduard Rupprechts Auslegung der Johannesoffenbarung (1894) mit dem Titel "Das Ende dieses Weltlaufs". Dieses Endzeitbuch ist trotz mancher Eigenarten erstaunlich nüchtern und enthält relativ wenig polemische Seitenhiebe. Seiner apologetischen Grundkonzeption blieb er trotzdem treu; nur die Front hatte sich geändert. Nun ging er nicht gegen den theologischen Liberalismus vor, sondern wandte sich gegen fromme Endzeit-Spekulanten. Über die Zukunft dürfte man nichts aussagen aufgrund Vermutungen und "Kombinationen" von Bibelstellen. Man hätte sich an das zu halten, "was sicher aus dem Wortlaut der Schrift sich erheben läßt"[ 1 ] . Weil sich so viele Menschen vom christlichen Glauben losgesagt hatten, hielt Rupprecht die unmittelbare Endzeit für gekommen. Auch andere Zeichen sprachen für eine bald zu erwartende Katastrophe. Rupprecht verwies auf die prekäre soziale Lage, Überbevölkerung, Raubbau an der Natur, Erschöpfung der Rohstoffe, abnehmende Süßwasservorräte und auf den Rückgang des Sauerstoffes in der Atmosphäre - Entwicklungen, die uns heute noch beängstigen. Freilich gab es für Rupprecht Zeichen, die noch ausstanden. Erst wenn sämtliche Völker und alle Juden vom Evangelium wüßten, könnte das Ende kommen. Rupprecht wandte sich gegen die weitverbreitete Auffassung, die den Antichristen immer nur im Papsttum vermutete. Er rechnete eher damit, daß der Widersacher Christi aus dem protestantischen Lager käme und nannte Liberalismus, Materialismus und Sozialismus als Möglichkeiten. Jedoch urteilte er vorschnell, ja verhängnisvoll, indem er sich den Antichristen nur im Zusammenhang mit Revolutionen und Entmachtung der Fürsten vorstellen konnte und zu der Ansicht gelangte: "So lange also noch Gesetz und Ordnung bestehen, kann er nicht auftreten."[ 2 ] Meinungen dieser Art trugen später dazu bei, daß sich Christen den Demokraten der Weimarer Republik nicht anvertrauen konnten und die Machtergreifung Hitlers als Heilstat Gottes begrüßten.

Gerade bei Endzeitfragen war das Luthertum zutiefst gespalten. Während der Lutheraner Rupprecht ein künftiges Tausendjähriges Reich erwartete, lehnte die nordamerikanische Missouri-Synode diese Vorstellung als bekenntniswidrig ab. Demgegenüber nahm sich Rupprecht die Freiheit heraus, von den lutherischen Bekenntnisschriften abzuweichen, wenn ihn die biblischen Aussagen dazu zwangen. Eine solche Abweichung hielt er aber nur dann für eine Bekenntniswidrigkeit, wenn sie die Kernaussagen der Bekenntnisschriften betrafen, nicht aber, wenn es nur um Randthemen wie dem Chiliasmus ging: "Denn Schrift geht über Bekenntnis, und das will nicht blos theoretisch anerkannt, sondern nötigen Falls auch praktisch geübt sein."[ 3 ] Rupprecht kritisierte aber diejenigen, die den Glauben an das Tausendjährige Reich zu einer Bekenntnisfrage erhoben, an der sich die Rechtgläubigkeit entschied. "Sobald man dagegen auf eigene Liebhabereien und Ansichten, die nicht sonnenklar Gottes Wort sind, einen zu starken Wert legt, so geht daß das häßliche theologische Gezänke an."[ 4 ] Zu Recht lehnte er auch die eigenwilligen Deutungen Christoph Cloeters (1823-1894) ab, der Pfarrer in einem Dorf war, das nicht weit von Sausenhofen entfernt lag. Cloeter kam durch die Kombination etlicher Bibelstellen zu dem Ergebnis, daß man nur in Rußland Zuflucht vor dem Antichristen finden könnte. Deshalb rief er zur Auswanderung in den Osten auf. Diese eigenmächtige Bibeldeutung mußte später manch ein Emigranten-Nachkomme während der Weltkriege und der kommunistischen Herrschaft mit dem Leben bezahlen.

Im Jahre 1897 erschien die erste Auflage der "Erklärten Deutschen Volksbibel", die Rupprecht zusammen mit befreundeten Theologen herausgab. In dieser schmuckvollen Bibelausgabe war jedem Abschnitt eine Erklärung beigegeben, die sich um Auslegung des Textes und um dessen Anwendung im Leben des Christen bemühte. Illustriert war das Buch mit Abbildungen nach dem Geschmack der Jahrhundertwende; meist waren es Darstellungen der Landschaft Palästinas. Die Ausgabe enthielt auch praktische Anweisungen zum Bibellesen, eine Behandlung der exegetischen Einleitungsfragen und eine "Zusammenfassung der biblischen Lehre", in der Luthers Katechismus erläutert wurde. Die Volksbibel machte Rupprecht weit bekannt und erlebte drei Auflagen. Seinem Enkel Walter Rupprecht zufolge "gibt es heute keinen überzeugenden Ersatz für sie"[ 5 ] .

6. Einleitung ins Alte Testament

Einleitung AT Eduard Rupprechts zweites Hauptwerk wurde das "Wissenschaftliche Handbuch der Einleitung in das Alte Testament" (1898). Er widmete es den konservativen Alttestamentlern Heinrich Andreas Christoph Hävernick (1811-1845), Ernst Wilhelm Hengstenberg (1802-1869) und Carl Friedrich Keil (1807-1888). Diese "treuen Kämpfer für das unfehlbare Gotteswort"[ 6 ] verfaßten Einleitungswerke zum Alten Testament; das neueste war die dritte Auflage von Keils "Lehrbuch der historisch-kritischen Einleitung"[ 7 ] . Wie der Buchtitel zeigt, wurde der Begriff "historisch-kritisch" nicht im Sinne von "bibelkritisch" verwandt, sondern deutete lediglich auf den wissenschaftlich-akademischen Charakter der Einleitung. Auch Rupprecht gebrauchte den Terminus "kritisch" meist im Sinne von "prüfend", "unterscheidend". So nannte er seinen eigenen Standpunkt "positive Kritik", während er die Haltung seines Gegners Wellhausen als "negative" oder "radikale Kritik" bezeichnete.

Keils Einleitung lag nun schon 25 Jahre zurück. Es fehlte also an einem neueren, konservativen Werk, in dem auch die Auseinandersetzung mit den jüngsten Entwicklungen stattfand. Rupprecht fragte: "Wer schreibt uns heutzutage eine alttestamentliche Einleitung im Sinne des sel[igen] Keil? Wer? Wir blickten umher in den deutschen Fakultäten und fanden unter den gemäßigten alttestamentlichen Fachtheologen nicht einen, dessen Standpunkt die Möglichkeit hievon auch nur hoffen ließe."[ 8 ] Und da diese Aufgabe niemand in Angriff nahm, machte sich Rupprecht an die Arbeit. Er war sich bewußt, hinter Keils Niveau weit zurückzubleiben. Rupprecht verstand sich mehr als ein Sammler und weniger als ein eigenständiger Forscher. Oft faßte er einfach seine früheren Veröffentlichungen zusammen und wandte die Erkenntnisse Keils, Hengstenbergs oder des früheren Delitzschs auf die neuesten Herausforderungen an. Eine Besonderheit ist seine Bezugnahme auf die Bücher des amerikanischen Altestamentlers William Henry Green (1825-1900), der auch in zahlreichen Veröffentlichungen die mosaische Verfasserschaft des Pentateuch verteidigte. GreenGreens Bücher schienen - vielleicht auch aufgrund der räumlichen Distanz - viel nüchterner und durchdachter zu sein als die deutschen Kampfschriften, so daß Hans-Joachim Kraus über Greens "The Unitiy of the Book of Genesis" (1895) anerkennend urteilte: "Auf jeden Fall handelt es sich um die beste Arbeit aus dem Kreis derjenigen Theologen, die dem historisch-kritischen Forschen polemisch begegnen."[ 9 ] Etliche Veröffentlichungen Greens wurden ins Deutsche übersetzt und in kirchlichen Kreisen dankbar aufgenommen - ein Indiz dafür, wie konservativ man außerhalb der Universitäten dachte.

Indem Rupprecht, der auch des Englischen mächtig war, die Forschungsergebnisse Greens in seine Arbeit aufnahm, begann eine Entwicklung, die bis heute anhält. Seit dem Siegeszug des theologischen Liberalismus sind konservative Christen mehr und mehr genötigt gewesen, auf ausländische Publikationen zurückzugreifen, die von einer einer ähnlichen Basis ausgingen. Die Auseinandersetzungen um den "Wellhausenianismus" zeigten auch, wie der Kampf um die Bibel Christen zusammenschweißte und die Konfessionsgrenzen zwischen Luthertum und Calvinismus zweitrangig werden ließ. Rupprecht war zwar zeitlebens gegen alle staatlichen Überlegungen, die aus der lutherischen Kirche des rechtsrheinischen Bayerns eine unierte machen wollten.[ 10 ] Doch schon früher vertrat er hinsichtlich der Verteidigung des christlichen Glaubens die Ansicht: "Confessionelle Fragen bleiben hier außer Betracht. Ich reiche da jedem gläubigen Christen brüderlich die Hand."[ 11 ]

In seiner alttestamentlichen Einleitung ging Eduard Rupprecht davon aus, daß jede Untersuchung der Bibel einer bestimmten Methode folgen müßte. Nicht Methodenlosigkeit wäre der gottgewollte Umgang mit der Heiligen Schrift, sondern die Anwendung eines angemessenen Verfahrens. Die Vertreter der Wellhausen-Schule waren davon überzeugt, daß nur ihre angeblich voraussetzungslose Bibelkritik ermitteln könnte, was sich im alten Israel wirklich zugetragen hatte. Carl Heinrich Cornill (1854-1920) wollte mit seiner "Einleitung in das Alte Testament" die "Ueberzeugung erwecken, dass es sich bei der gegenwärtigen altestamentlichen Wissenschaft ... nicht um ein hastendes Jagen nach mehr oder weniger gewagten Hypothesen handelt, sondern dass wir auch hier in der Hauptsache auf festem Boden stehn!"[ 12 ] Gerade diesen Anspruch bezweifelte Rupprecht und bemerkte zu Cornills Einleitungswerk: "Hochmut kommt vor dem Fall."[ 13 ] Wissenschaftlichkeit hieß für Rupprecht vielmehr rationale Nachvollziehbarkeit des eigenen Erkenntnisweges. Für die Wellhausen-Schule schien Wissenschaftlichkeit dagegen zu bedeuten, auf keinen Fall an das Dogma der biblischen Unfehlbarkeit zu glauben. Doch, so konterte Rupprecht, wenn er sich seiner dogmatischen Voraussetzung enthalten sollte, dann dürften auch die radikalen Kritiker ihre naturalistische Weltanschauung nicht in die Arbeit einfließen lassen, denn es ist "in Wirklichkeit eine Voraussetzungslosigkeit auf beiden Seiten unmöglich"[ 14 ] . Rupprecht wollte für sich Methoden des gewöhnlichen Historikers geltend machen, indem er nicht spekulierte, sondern indem er sich an die schriftlichen Dokumente hielt, die den Pentateuch eben auf Mose zurückführten. Bei der Frage nach der Verfasserschaft biblischer Bücher war das Zeugnis der Tradition wichtig, allerdings mußte die Tradition schriftlich vorliegen und es sollte gelten, daß sie "nachweisbar hinaufreicht bis an die berichteten Ereignisse selbst"[ 15 ] .

Wann Rupprecht Mitglied im 1894 gegründeten Bibelbund wurde, läßt sich nicht mehr ermitteln, da keine frühen Mitgliedslisten existieren. Die ersten beiden Jahrgänge der Zeitschrift "Nach dem Gesetz und Zeugnis" sind verschollen, so daß Rupprecht erst 1903 in einer Auflistung als Mitglied auftauchte.[ 16 ] Die Zeit seines literarischen Schaffens war da schon vorüber, so daß Rupprecht zu den noch erhaltenen Zeitschriftenjahrgängen nur zwei Artikel beisteuerte.[ 17 ]

Über Eduard Rupprechts letzte Lebensjahre wissen wir nur wenig. 1904 heiratete seine Tochter Anna den Pfarrer Gottfried Putz (1876-1950), deren Sohn Eduard am 9.1.1907 auf die Welt kam und den Namen seines Großvaters erhielt. Auch Eduard Putz (gest. 1990) studierte Theologie, wurde später Dekan zu Erlangen und erhielt den Kirchenratstitel.[ 18 ] Ein halbes Jahr nach Geburt seines ersten Enkels starb Eduard Rupprecht am 2. Juli 1907 nach einer kurzer Krankheit im Alter von 70 Jahren. Man beerdigte ihn in Sausenhofen, und nach Auflösung des Grabes wurde der Grabstein als Gedenktafel an der Kirchenmauer angebracht. GedenktafelBis heute ist dort Rupprechts Lebensmotto zu lesen (Offb. 2,10): "Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben."

7. Wirkung und Würdigung

Ohne Zweifel wurden Eduard Rupprechts Schriften zu seinen Lebzeiten gerne gelesen, vor allem von Pfarrern und Studenten. Aber das Ausmaß seines Bekanntheitsgrades läßt sich heute nur noch vermuten. Es existieren drei Hinweise, daß man ihn auch in Amerika kannte. Zum einen erwähnte William Henry Green Bücher Rupprechts in seinen Werken.[ 19 ] Zum anderen wurde Rupprecht 1899 von der lutherischen Capital University in Columbus/Ohio in Anerkennung seiner Leistungen die Ehrenwürde eines Doktors der Theologie verliehen. Und schließlich veröffentlichte die deutschsprachige Zeitschrift der lutherischen Ohio-Synode nach Rupprechts Tod einen Nachruf.[ 20 ] Mit dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg war die Bekanntheit Rupprechts in Amerika wohl spätestens zu Ende. Kriegspropaganda und die allgemeine Deutschfeindlichkeit zwangen auch die lutherischen Kirchen die deutsche Sprache endgültig abzulegen.[ 21 ] So geriet Rupprecht selbst an der Capital University in Vergessenheit.

In Deutschland machte er sich vor allem durch die Volksbibel einen Namen. Am 1.1.1901 ernannte ihn Prinzregent Luitpold von Bayern (Regierungszeit 1886-1912) zum Kirchenrat in seiner königlichen Funktion als formelles Oberhaupt der Staatskirche. Im Dankesschreiben führte Rupprecht diese "Standeserhöhung" auf die "wohlwollende Initiative seiner höchsten Kirchenbehörde"[ 22 ] zurück. Die Ernennung zeigte, wie theologisch konservativ das Münchener Oberkonsistorium unter seinem Präsidenten Alexander von Schneider (1845-1909) dachte, so daß es Rupprecht auch wegen seines Kampfes um die Bibel würdigte.

Wie aber nahm man Rupprecht in der deutschen Universitätstheologie des 20. Jahrhunderts auf? 1919 hielt es der gemäßigt kritische Eduard König (1846- 1936) in seinem Genesis-Kommentar immerhin für wert, sich mit Rupprechts Einleitungsbuch auseinanderzusetzen.[ 23 ] Für den bekannten Theologen Werner Elert (1885-1954) war Rupprecht der "letzte Vertreter der apologetischen Bibelforschung"[ 24 ] in Deutschland. Und die letzte Kenntnisnahme Rupprechts in der Universitätstheologie lag 1930 mit dem Artikel im fünfbändigen Lexikon "Die Religion in Geschichte und Gegenwart" vor.[ 25 ] Freilich hatte es Rupprecht den Theologen schwer gemacht, daß man seiner positiv gedachte. Carl Siegfrieds Frage war zum Teil berechtigt: "Glaubt er denn die Menschen durch unaufhörliches Schimpfen zum Glauben bringen zu können?"[ 26 ] Gelehrte, die sich nach nüchternen Darstellungen umsehen, werden an emotional gefärbten Kampfschriften stets vorbeigehen. Jeder Autor muß sich entscheiden, für wen er schreibt. Wer sich an ein wissenschaftliches Publikum wendet, besitzt zwar im ersten Augenblick keine so große Leserschaft, wird vielleicht aber noch in Jahrzehnten gelesen. Polemisch verfaßte Bücher dagegen können sich kurzfristig meist einer größeren Verbreitung erfreuen, geraten aber um so schneller wieder in Vergessenheit. Rupprecht entschied sich für die Polemik. Leider fand er dabei nicht immer das rechte Maß. Manche seiner Angriffe waren viel zu sehr auf die Person des Gegners gerichtet und wurden trotz Rupprechts gegenteiliger Beteuerungen als lieblos verstanden. Er hätte sich ein wenig an den ausgewogenen Stil seines Vorbilds Green orientieren sollen. Auf Trotz, Protest und kämpferischer Leidenschaft stieß man in Rupprechts Büchern viel zu oft. Damit lieferte er der Wellhausen-Schule immer eine Ausrede, sich nicht mit seinen Argumenten beschäftigen zu müssen. Rupprechts Enkel Walter vermutet, daß diese militante Polemik eine Nachwirkung von Eduards früherem Nervenleiden gewesen sein könnte.[ 27 ]

Das ändert jedoch nichts an der inhaltlichen Bedeutung seines Lebenswerkes. Seinen Ruf zur Besinnung auf "die unfehlbare Schrift"[ 28 ] gilt es auch heute zu bedenken. Sein Leben zeigt uns, wie wichtig es ist, beim Bibellesen mit dem Wort des lebendigen Gottes zu rechnen. Seine Frage: "Wer schreibt uns heutzutage eine alttestamentliche Einleitung im Sinne des sel[igen] Keil? Wer?" klingt wie ein Vermächtnis. Denn auch heute besitzen wir kein deutschsprachiges Einleitungswerk, das auf aktuellstem Stand ist und von der Glaubwürdigkeit der Heiligen Schrift ausgeht. Wer aus unseren Reihen widmet sich denn der Erforschung des Alten Testaments? Wer?

ANHANG

Eduard Rupprechts Veröffentlichungen (in chronologischer Reihenfolge)

Was ist Wahrheit? Oder: Populäre Streifzüge gegen den Unglauben unserer Zeit für aufrichtige Seelen aus allem Volk, Nürnberg: Gottfried Löhe, 1875-77. 1. Bd. 1875, 174 S. / 2. Bd. 1. Abt. 1876, 221 S. / 2. Bd. 2. Abt. 1877, 312 S.
Die Anschauung der kritischen Schule Wellhausens vom Pentateuch. Ihr Wert und der Weg zur Selbstbehauptung der Kirche ihr gegenüber - Ein wissenschaftlich begründetes Glaubenszeugnis an die Gegenwart, insonderheit unsere junge theologische Generation, Erlangen/Leipzig: Deichert, 1893. 77 S.
Das Ende dieses Weltlaufes: Zur Einführung in die Neutestamentliche Weissagung den Freunden des prophetischen Wortes in der Gemeind dargeboten, München: Poeßl, 1894. 228 S.
Der Pseudodaniel und Pseudojesaja der modernen Kritik vor dem Forum des christlichen Glaubens, der Moral und der Wissenschaft: Ein Glaubenszeugnis zur Selbstbehauptung der Kirche gegenüber der Zweifelsucht auf dem Boden des A. Testaments, Erlangen/Leipzig: A. Deichert, 1894. 86 S.
Das Rätsel des Fünfbuches Mose und seine falsche Lösung. Eine Reihe kritischer Einzeluntersuchungen und Zeugnisse - Ein Beitrag zur Lösung einer brennenden biblischen Zeitfrage mit eingehender Berücksichtigung der Quellenscheidung von Dr. Strack, Gütersloh: C. Bertelsmann, 1894. 160 S.
Geheimrat Prof. Dr. v. Frank. Ein Wort dankbarer Erinnerung für seine Schüler und Verehrer, 1894.
Des Rätsels Lösung oder Beiträge zur richtigen Lösung des Pentateuchrätsels, 3 Bde.
Bd. 1: Des Rätsels Lösung oder Beiträge zur richtigen Lösung des Pentateuchrätsels für den christlichen Glauben und die Wissenschaft, Gütersloh: C. Bertelsmann, 1895.
Bd. 2,1: Des Rätsels Lösung oder Beiträge zur richtigen Lösung des Pentateuchrätsels für den christlichen Glauben und die Wissenschaft, 2. Abteilung: Erweis der Echtheit und Glaubwürdigkeit des Pentateuch für die Wissenschaft, 1. Hälfte, Gütersloh: C. Bertelsmann, 1896.
Bd. 2,2: Des Rätsels Lösung oder Beiträge zur richtigen Lösung des Pentateuchrätsels für den christlichen Glauben und die Wissenschaft, 2. Abteilung: Erweis der Echtheit und Glaubwürdigkeit des Pentateuch für die Wissenschaft, 2. Hälfte, Gütersloh: C. Bertelsmann, 1897.
Licht im Dunkel. Skizzen aus dem Leben eines süddeutschen Theologen in Novellenform, Cottbus: Gotthold-Expedition, 1897. 200 S. (unter dem Pseudonym Ed. Timotheus)
Die Kritik nach ihrem Recht und Unrecht: Eine principielle Beleuchtung der kritischen Methode mit Illustrationen aus der deutschen Kritik und Dr. Drivers "Einleitung", Gütersloh: C. Bertelsmann, 1897. 63 S.
Erklärte Deutsche Volksbibel in gemeinverständlicher Auslegung und Anwendung mit apologetischer Tendenz, Hannover: Otto Brandner/Deutscher Bibelverlag, 1897 21900 (NT) 31913.
Wissenschaftliches Handbuch der Einleitung in das Alte Testament, Gütersloh: C. Bertelsmann, 1898. 550 S.
Was ist Sterben? Zwei Vorträge über den Tod des Christen, Neuendettelsau, J. C. Reutzel, 1900. 46 S.
Menschengedanken und Gottesgedanken: Kritische Zeitbetrachtungen als Zeugnis an die evangelisch-lutherische Kirche der Gegenwart, Neuendettelsau: Reutzel, 1901. 31 S.
Das Christentum von D. Ad. Harnack nach dessen sechzehn Vorlesungen. Eine Untersuchung und ein Erfahrungszeugnis an die Kirche der Gegenwart aller Konfessionen, Gütersloh: C. Bertelsmann, 1901. 280 S.
Was macht mich gewiß, daß die heilige Schrift von Gott inspiriert, d.h. eingegeben ist? in: Nach dem Gesetz und Zeugnis 5/6 (3/1903) 170-183.
Ein wichtiges Bekenntnis in unserer schweren Zeit, in: Nach dem Gesetz und Zeugnis 11(4/1904), 377-380. (Erstveröffentlichung im "Korrespondenzblatt für die evangelisch-lutherischen Geistlichen in Bayern")
(Daneben verfaßte Rupprecht - so berichtet die Sekundärliteratur - noch zahlreiche Aufsätze in verschiedenen Zeitschriften Deutschlands und auch Rußlands.)

Handschriftlicher Nachlaß (Privatbesitz Walter Rupprecht)

Tagebuch I: 19. Juli 1854 bis 21. Dez. 1860. 42 S.
Vita mea, 1855. 4 S. (Lateinisch)
Zweite Predigt, gehalten von Eduard Rupprecht, stud. theol., am Sonntag nach Weihnachten. Text: Gal 4,1-7, 1857. 22 S.
Persönliches zum Lebenslauf, ca. 1870. 5 S.
Genaue Beschreibung meiner Krankheit von 1863-1870, 1871. 21 S.
Tagebuch II: 14. März 1871 bis 1. Juli 1906. 71 S.
Den goldgüldenen kleinen Katechismus Luthers in Reimen gestaltet, 1877. 40 S.
Für den Wingolf. Rede, 1900. 6 S. (Datum erschlossen)
Rede zum Wingolf-Jubiläum, 1900, 7 S. (Datum erschlossen)
Dr. Wangemanns "Una Sancta" nach ihrem Hauptinhalt, ihrer Bedeutung und ihre Aufnahme, Referat, o.J. 28 S. (Wangemanns Buch erschien 1883)
Was ist Wahrheit? Zur Lehre und Wehre, Manuskriptseiten, o.J.
Abschnitt 119: Die Lehre von der Heilsgemeinde oder von der Kirche. 8 S.
Abschnitt 120: Fortsetzung der Lehre von der Kirche. 8 S.
Abschnitt 121: Kirche und Kirchen. 4 S.
Abschnitt 122: Die Leuchte der Kirche auf ihrem Wege zu ihrer Vollendung. 10 S.
Abschnitt 123: Das große letzte Hoffnungsziel der Gemeinde oder der Tag des Herrn. 24 S.
Zu Pietismus und Socialismus. Ein Vortrag, o.J. 26 S.

Literatur über Eduard Rupprecht (inkl. unveröffentlichter Dokumente)

Bertholet, Alfred; Art. Rupprecht, Eduard, in: RGG2 4 (1930) 2144.
Blumhardt, Christoph; Briefe an Johann Matthäus Rupprecht, Bad Boll, 2.8.1867 und 30.9.1867. (Unveröffentlicht)
Elert, Werner; Der Kampf um das Christentum. Geschichte der Beziehungen zwischen dem evangelischen Christentum in Deutschland und dem allgemeinen Denken seit Schleiermacher und Hegel, München 1921.
Holthaus, Stephan; Fundamentalismus in Deutschland. Der Kampf um die Bibel im Protestantismus des 19. und 20. Jahrhunderts, Bonn 1993.
Ders.; Im Kampf um die Bibel. 100 Jahre Bibelbund, in: Neues Leben (7/8 1994) 66-67.
Ders.; Markenzeichen bibeltreu. Die Geschichte des Bibelbundes (1894-1994), in: Ders. und Thomas Schirrmacher (Hg.); Im Kampf um die Bibel. 100 Jahre Bibelbund (1894-1994), Bonn/Waldbronn 1994.
Holtzmann, Heinrich und später G. Krüger mit W. Köhler (Hg.); Theologischer Jahresbericht, Braunschweig, später Berlin und Leipzig 1894ff. (Besprechungen der Bücher Rupprechts in den Jahrgängen 1894-1902 u. 1908)
Löhe, Wilhelm; Brief an Eduard Rupprecht, o.O., 1850 (?). (Unveröffentlicht)
Löhr, Max; Rezension zu E. Rupprechts "Wissenschaftlichem Handbuch der Einleitung in das Alte Testament" (1898) in: Theologische Literaturzeitung (29. April 1899) 258f.
O. Vf.; Kirchenbuch/Pfarrerbeschreibung, Sausenhofen (o.J.) 99-106. (Unveröffentlicht)
O. Vf.; Personalakte, Nürnberg: Landeskirchliche Archiv, o.J. (Unveröffentlicht)
O. Vf.; Trauungsbücher, Wallesau 1870ff. (Eintragungen 1870, 1875, 1876; unveröffentlicht)
O. Vf.; Zum Gedächtnis des heimgegangenen Kirchenrats D. Eduard Rupprecht, in: Freimunds Kirchlich-Politisches Wochenblatt für Stadt und Land 36-47 (5. Sept.-21. Nov. 1907) 177ff.
Rupprecht, Johann Matthäus; Taufhandlung am Psalmsonntag den 19. Mär 1837 bei der Taufe meines erstgebornen Sohnes Gottlieb Friedrich Eduard Rupprecht, Predigt, Azendorf 1837. 9 S. (Unveröffentlicht)
Stellhorn, F. W. (Hg.); Ueber Kirchenrat D. E. Rupprechts Leben und Wirken, in: Theologische Zeitblätter 2 (27/1908) 105-111. (Auszug und Kommentar des anonymen Nachrufs aus dem "Freimund")
Weber Ferdinand, Brief an Eduard Rupprecht, Neuendettelsau, 18.12.1862. (Unveröffentlicht)

Fußnoten

[ 1 ] Rupprecht, Das Ende, S. VII.
[ 2 ] Ebd., S. 28.
[ 3 ] Ebd., S. 34.
[ 4 ] Ebd., S. 205.
[ 5 ] In einem Brief an den Verfasser vom 24.4.1997.
[ 6 ] Rupprecht, Einleitung, S. VI.
[ 7 ] Carl Friedrich Keil, Lehrbuch der historisch-kritischen Einleitung in die kanonischen und apokryphischen Schriften des Alten Testaments, 3. Aufl. Frankfurt/Main 1873.
[ 8 ] Rupprecht, Einleitung, S. IX.
[ 9 ] Hans-Joachim Kraus, Geschichte der historisch-kritischen Erforschung des Alten Testaments, 4. Aufl. Neukirchen-Vlyun 1988, S. 377.
[ 10 ] Eduard Rupprecht, Menschengedanken und Gottesgedanken: Kritische Zeitbetrachtungen als Zeugnis an die evangelisch-lutherische Kirche der Gegenwart, Neuendettelsau 1901.
[ 11 ] Rupprecht, Was ist Wahrheit? Bd. I, 1875, S. XIII.
[ 12 ] Carl Heinrich Cornill, Einleitung in das Alte Testament, Freiburg/Br. 1891, S. VI.
[ 13 ] Rupprecht, Einleitung, S. X.
[ 14 ] Ebd., S. 40.
[ 15 ] Ebd., S. 46.
[ 16 ] Nach dem Gesetz und Zeugnis 2(3/1903), S. 61.
[ 17 ] Eduard Rupprecht, "Was macht mich gewiß, daß die heilige Schrift von Gott inspiriert, d.h. eingegeben ist?", in: Nach dem Gesetz und Zeugnis 5/6 (3/1903), S. 170-183; ders. "Ein wichtiges Bekenntnis in unserer schweren Zeit," in: Nach dem Gesetz und Zeugnis 11(4/1904), S. 377-380 (Erstveröffentlichung im "Korrespondenzblat für die evangelisch lutherischen Geistlichen in Bayern").
[ 18 ] Vgl. Beyschlag, Erlanger, S. 162. Walter Künneth, Lebensführungen: Der Wahrheit verpflichtet, Wuppertal 1979, S. 116, 121, 190, 215. Björn Mensing, "Unterlassene Trauerarbeit: Zum 50. Jahrestag des Darmstädter Wortes," in: Nachrichten der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern (8/1997), S. 227.
[ 19 ] William Henry Green, Die höhere Kritik des Pentateuch, Gütersloh 1897, S. 203; ders., Allgemeine Einleitung in das Alte Testament: Der Kanon, Stuttgart 1906, S. 9.
[ 20 ] "Ueber Kirchenrat D.E. Rupprechts Leben und Wirken", Hg. E.W. Stellhorn, in: Theologische Zeitblätter (2/1908), S. 105-111.
[ 21 ] Vgl. George M. Marsden, Understanding Fundamentalism and Evangelicalism, Grand Rapids 1991, S. 45 und 51f.
[ 22 ] Aus einem Brief E. Rupprechts an das Münchner Oberkonsistorium vom 6.1.1901.
[ 23 ] Eduard König, Die Genesis eingeleitet, übersetzt und erklärt, Gütersloh 1919, S. 38f.
[ 24 ] Werner Elert, Der Kampf um das Christentum: Geschichte der Beziehungen zwischen dem evangelischen Christentum in Deutschland und dem allgemeinen Denken seit Schleiermacher und Hegel, München 1921, S. 91.
[ 25 ] Alfred Bertholet, "Rupprecht, Eduard," in: RGG, Bd. 4, 2. Aufl. Tübingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1930, Sp. 2144.
[ 26 ] Siegfried, Literatur, S. 47.
[ 27 ] Walter Rupprecht in einem Gespräch am 27.6.1997.
[ 28 ] Rupprecht, Einleitung, S. 519.

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