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August 1998 Bibelbund e.V. Infobrief Nr. 43
Geschäftsstelle & Verlag Friedrichsgrüner Str. 83, D-08269 Hammerbrücke, Tel. 037465/44455, Fax: 037465/44422, eMail: Bibelbund@christen.net
Internet: http://www.bibelbund.christen.net

Inhalt:

Wort zum Nachdenken
Der Bibelcode aus theologischer Sicht (Schluß) ? (VOGT)
Vergewaltigung in der Ehe - ein neues Strafgesetz NAUJOKAT
Wissenswertes über Zeugen Jehovas RAQUET
Hinweise


Wort zum Nachdenken


Vielleicht gab die Debatte um Clintons Sex-Affären den Anlaß für die Umfrage. Jedenfalls wurden 500 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger befragt: "Sollten Sex-Affären über das Amt von Spitzenpolitikern entscheiden?" Nur 3% entzogen sich mit Schweigen der Fragestellung. Alle anderen hatten dazu eine Meinung. 85% und damit die überwältigende Mehrheit votierte dafür, daß Affären keine Auswirkung haben sollten. Für lediglich 12%, das waren 60 Befragte, sind Spitzenpolitiker dann nicht mehr tragbar.

Schlußfolgerung: Sex ist Privatsache! Eine freie Luft weht in Deutschland. Schluß mit aller Verklemmung und Prüderie. War die Auswahl wirklich repräsentativ, dann kommt der hohe Anteil nur dann zustande, wenn quer durch die Altersgruppen und quer durch die Bildungsschichten die gleiche Ansicht geteilt wird. Also nicht nur die einfache Geschichte, daß die Jugend schief liegt. Sex ist Privatsache in den Augen der Allermeisten. Ethische Kriterien spielen nur eine untergeordnete Rolle. Treue oder Untreue, Selbstbeherrschung oder Sucht - sagen nichts mehr über die Qualität eines Verantwortlichen aus. Das ist freiheitlich und modern.

Wir sind modern. Wir möchten es sein. Vielleicht sind wir es tatsächlich. Aber sind wir auch weise? Jesus forderte einmal auf: "Bedenkt: Nur wer im Kleinen ehrlich ist, wird es auch im Großen sein." (Lk16,10 HFA). Ein Grundsatz, der sich selbst erklärt, der jedem einleuchtet. Untreue im Kleinen (sofern man das bei Ehebruch so sagen darf) schafft doch eigentlich kein Vertrauen in politische Ehrlichkeit. Warum sollte jemand vor ehelicher Untreue nicht zurückschrecken, wenn es vorteilhaft ist, in politischer Verantwortung hingegen unversuchlich sein?

Gott jedenfalls handelt nicht freiheitlich modern. Für ihn qualifiziert sich nur jemand, der sich im kleineren Maßstab bewährte: "Weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben." (Lk19,17).

Vielleicht hatte die Umfrage nicht nur etwas mit der amerikanischen Politik zu tun.

Richard Bergmann



Der Bibelcode aus theologischer Sicht (Schluß)

Bibelcode in der Lutherbibel

Die folgende Diskussion bezieht sich auf ein im Spätherbst 1997 auf den Markt gekommenes Computer-Programm von Jörg MILBRANDT[ 1 ] und seine diesbezüglichen Veröffentlichungen im Internet[ 2 ](Anmerkung der Redaktion vom 28.3.2000[ 11 ]). Das Programm arbeitet auf der Basis der Lutherbibel, "die ueber das Internet zur Verfuegung steht"[ 3 ] . Da es komplett auf Deutsch geschrieben ist, hat nun auch der interessierte Deutsche die Möglichkeit, ohne Hebräisch zu lernen "zu überprüfen, welche persönlichen Informationen in der Bibel codiert sind." Der Bibelcode wird somit für den Hausgebrauch aufbereitet.

Aber wie kommt man darauf, daß die ganze Sache auch in anderen Sprachen funktionieren könnte? Weil es für MILBRANDT nicht denkbar ist, daß "alle Menschen außerhalb des hebräischen Sprachraumes von diesen Informationen ausgeschlossen" sind. "Warum sollte auch eine Intelligenz, die Informationen für die Menschheit versteckt codiert, dies nur in einem einzigen Werk und für einen einzigen Sprachraum tun?" Nachdem er vorgeschlagen hat, auch im Tibetanischen Totenbuch zu suchen, stellt er fest: "Wir suchen seit kurzer Zeit in deutschsprachigen Texten. Und wir finden Informationen. ..."

Das überzeugendste (und auf der Homepage als einziges angeführte konkrete) Beispiel ist die Codierung vom Tod Dianas. "Wieso steht in der deutschen Johannesoffenbarung der Name Dianas neben dem von Dodi, der Name des Fahrers Paul steht ganz dicht daneben und darum herum finden sich die vier Buchstaben, die das Wort Auto bilden? Warum steht in dem Auto zu den Namen noch das Wort Tod? Und warum fehlt der Name des Leibwächters, der nicht gestorben ist?" Alles nur Zufall? Für MILBRANDT nicht möglich.

Einmal auf den Geschmack zu kommen, kann man sich dann sogar eine kostenlose (allerdings in den Funktionen stark eingeschränkte) Demo-Version von MILBRANDTS Homepage runterladen. Mit dem Text des Pentateuchs und der Offenbarung kann man so seine ersten eigenen Schritte in Sachen Bibelcode gehen.

Also habe ich mich aufgemacht, mal nach etwas Verschlüsseltem zu suchen. Und zumindest mit kurzen Wörtern hat man sogar in dieser 'abgespeckten' Version einigen "Erfolg"[ 4 ] . So findet sich in Offenbarung 14,14 mit der Auslassungzahl (AZ) 36 (-- 35 Buchstaben werden ausgelassen, jeder 36. Buchstabe wird genommen) das Wort "KOHL" (derzeitiger deutscher Bundeskanzler) gekreuzt von den Worten "GOLDENE KRONE AUF SEINEM HAUPT".[ 5 ] In Vers 13 und 15 findet sich jeweils einmal mit AL 24 "CDU", die Partei, dessen Vorsitzender Kohl ist. Besonders interessant ist, daß das zweite CDU gekreuzt wird von "EIN ANDRER ENGEL KAM". Bekanntlich steht "Engel" ja gerade in der Offenbarung auch für "Gemeindeleiter" (also hier dann wohl im Sinne von "Parteivorsitzender"), und so dürfte dies wohl ein klarer Hinweis darauf sein, daß Kohls kürzlich öffentlich geäußerter Wunsch, daß der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Schäuble, sein Nachfolger als Bundeskanzler werden möge, in Erfüllung gehen wird, sprich: die Union wird die anstehenden Bundestagswahlen im Herbst 98 gewinnen ...

1413UNDICHHöRTEEINE
STIMMEVOMHIMMELZUMIRSAGENSCHREIBESELI
GSINDDIETOTENDIEINDEMHERRNSTERBENVONN
UNANJASPRICHTDERGEISTSIESOLLENRUHENVO
NIHREMüHSALDENNIHREWERKEFOLGENIHNENNA
CH1414UNDICHSAHUNDSIEHEEINEWEIßEWOLKE
UNDAUFDERWOLKESAßEINERDERGLEICHWAREIN
EMMENSCHENSOHNDERHATTEEINEGOLDENEKRON
EAUFSEINEMHAUPT
UNDINSEINERHANDEINESCH
ARFESICHEL1415UNDEINANDRERENGELKAMAUS
DEMTEMPELUNDRIEFDEMDERAUFDERWOLKESAßM
ITGROßERSTIMMEZUSETZEDEINESICHELANUND
ERNTEDENNDIEZEITZUERNTENISTGEKOMMENDE
NNDIEERNTEDERERDEISTREIFGEWORDEN

Off 14,13-15 (KOHL AL 36; CDU 2x AL 24 [zur besseren Übersichtlichkeit Darstellung mit AL 37]):

MILBRANDT hält den Bibelcode für so flexibel, daß er sogar die Kapitel- und Verszahlen nach Wunsch mitrechnet, ebenso wie man die Sonder- und Leerzeichen weglassen kann oder nicht. Selbst die Umlaute kann man "erweitern" (statt "ä" "ae"). So hat man natürlich unvergleichlich mehr Möglichkeiten ...

Spätestens nach diesem Beispiel sollte die völlige Unsinnigkeit - mindestens dieser populären Methode - klar sein. Im Grunde ist es schlicht Mißbrauch der Bibel. (LANGE fühlt sich bei dem ganzen Bibelcode an "Bleigießen" oder das "Lesen im Kaffeesatz" erinnert.[ 6 ] ) Weitere Kommentare - nicht notwendig.

Um es noch einmal zu sagen: Damit zweifle ich prinzipiell ebensowenig die Seriosität von Professor RIPS an, der das ursprüngliche Experiment entwickelt hat, wie die der amerikanischen Fachleute, die das Experiment geprüft haben. Aber die Arbeit von DROSNIN scheint mir doch bereits stark in eine populäre (populistische?) Richtung gegangen zu sein - und endet folgerichtig bei dem Unsinn MILBRANDTS.

Fazit

Ich habe oben eine ganze Reihe schwerwiegender theologischer Probleme aufgezeigt. Sie sind für mich - wie bereits gesagt - der eigentliche Grund, warum ich das Buch von DROSNIN ablehne. Die Frage der Textkritik muß bei einer seriösen Beurteilung ebenfalls unbedingt diskutiert werden. Alle weiteren angeführten Gründe haben dann nur noch sekundäre Bedeutung.

Da der ganze Bibelcode letztlich doch niemanden von Gott (oder von der Inspiration der Bibel durch Gott) überzeugen kann, der es nicht selber will, wird am Beispiel von DROSNIN mehr als deutlich. Deshalb kann mein Wunsch nur sein: Möge das Buch - und am besten das Thema Bibelcode schlechthin - möglichst schnell wieder 'in der Versenkung verschwinden'.

Angesichts der dargestellten Probleme ist es für mich nicht nachvollziehbar, daß sich LUDWIG SCHNEIDER so positiv zu dieser ganzen Sache äußert. Er schreibt in seinen "Nachrichten aus Israel"[ 7 ] : "Deutsche Mathematiker halten dies jedoch für Quatsch. Dennoch, dieser Code ist ein einzigartiger Beweis, daß Gottes Wort lebt und die Bibel recht hat!" In dem kürzlich erschienenen "Israel-Jahrbuch 1998"[ 8 ] fügt er dem noch hinzu: "Es gibt Pros und Kontras zur Praxis der Bibelcodes[ 9 ] . Man sollte jedoch nicht vergessen, daß durch die Entschlüsselung der Bibel per Computer unsere heutige Generation mit der Bibel vertraut wird, für die sie sonst nur ein verstaubtes altes Buch sein mag. Neben der seriösen Entcodisierung der Bibel gibt es auch Spielereien, das aber gibt es auch bei der herkömmlichen theologischen Bibelauslegung." So trägt SCHNEIDER einerseits nicht unwesentlich zu einer positiven Aufnahme von DROSNINS Buch in 'frommen' Kreisen bei, gilt er doch vielen als der Garant für sachliche Informationen rund um das Thema Israel. Andererseits birgt "Der Bibelcode" à la DROSNIN eine solche Anti-Botschaft in sich, daß es m. E. unmöglich ist, Menschen damit in einer guten Weise mit der biblischen Botschaft vertraut zu machen.[ 10 ]

Titus Vogt

Vergewaltigung in der Ehe - ein neues Strafgesetz

Mit einer ungewohnt großen Bundestagsmehrheit wurde die Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in der Ehe unter Strafe gestellt. Soweit, so gut. Darüber kann es keinen Streit und keinen Zweifel geben, daß Gewaltanwendung in der Ehe, auch und gerade im Intimbereich, einen weitgehenden Übergriff darstellt, der auch entsprechend strafrechtlich zu ahnden ist. Darin liegt aber noch nicht das Problem.

In der verabschiedeten Fassung enthält das Gesetz zwei Schwierigkeiten, von denen die eine auch für andere Fälle sexueller Nötigung gilt, die andere jedoch in besonderem Maß für die Ehe und jede intime Dauerbeziehung generell.

Zunächst besteht die Schwierigkeit darin, daß es bei diesem Delikt gewöhnlich außer dem Tatopfer keine weiteren Zeugen gibt und in der Regel Aussage gegen Aussage steht. Lagen keine brauchbaren Indizien vor, dann gelang es dem Vergewaltiger in der Vergangenheit häufig, ohne Strafe davonzukommen, sofern die Glaubhaftigkeit seiner Einlassung nicht aus anderen Gründen in Frage stand. An Indizien kommen körperliche Spuren, Verletzungsfolgen, Sperma, aber auch psychischer Schock u. a. in Betracht, vor allem dann, wenn diese Fakten von seiten sachkundiger Gutachter im Sinne des Tatopfers interpretiert wurden.

Sollten bei einer Vergewaltigung oder sexuellen Nötigung in der Ehe - die meist von seiten des Mannes erfolgt - entsprechende Indizien nachgewiesen werden, so kommt es wohl kaum zu Komplikationen in der Urteilsfindung. Die Sachlage ist klar. In vielen Fällen werden jedoch die eindeutigen Indizien fehlen. Es ist also der Fall denkbar, daß die Anzeige einer solchen Tat als Mosaikstein in einer komplizierten Strategie in einem schon länger schwelenden oder längst ausgebrochenen Ehekrieg zu sehen ist.

Wer die Scheidungsabsicht verfolgt - in solchen Fällen naturgemäß die Frau - und dies mit zusätzlichen, schwerwiegenden Argumenten unterstreichen und vor Gericht geltend machen möchte, könnte (z. B. um eine schnelle Scheidung wegen unzumutbarer Härte vor Ablauf eines Trennungsjahres zu erreichen) theoretisch auch wahrheitswidrig eine Vergewaltigung behaupten, um damit schneller und effektiver zum Ziel zu kommen. Selbstverständlich würde dann die Scheidung rascher als sonst üblich ausgesprochen. Natürlich soll ein solches Vorgehen nicht generell unterstellt werden. Wer aber die Heftigkeit von Scheidungsauseinandersetzungen und den dabei üblichen Verlust jeder Rücksichtnahme und Fairneß unter Partnern kennt, rechnet zumindest in Einzelfällen mit dieser Möglichkeit, die gar nicht so selten bleiben müssen. Mag der Mann auch eher zu gewalttätigen Lösungen neigen - die Fähigkeit der Frau zu listigen bis arglistigen Reaktionen ist nicht minder ausgeprägt.

Sollte es sich also bei einer Vergewaltigung oder sexuellen Nötigung in der Ehe - etwa unter Alkoholeinfluß oder nach langer unfreiwilliger Abstinenz oder aus welchen Gründen auch immer - um einen "Ausrutscher" des Mannes handeln, so läßt das jetzt verabschiedete Gesetz die Rücknahme der Strafanzeige nicht zu. Eine entsprechende Widerspruchsklausel wurde nach langer kontroverser Diskussion im Bundestag schließlich abgelehnt. Vergewaltigung in der Ehe ist somit ein sogenanntes Offizialdelikt, das die Justiz verfolgen muß, selbst wenn beide Beteiligten nach Tagen oder Wochen anders darüber denken. Der Gesetzestext möchte nun auf diese Weise vermeiden, daß der vergewaltigte Ehepartner vom Täter unter moralischen und seelischen Druck gesetzt wird, um die Anzeige zurückzunehmen. Das mag in einigen Fällen durchaus zu befürchten sein. Und es wird auch Besserungsversprechen und heilige Liebesschwüre geben, um der Strafverfolgung zu entgehen.

Man darf aber auch davon ausgehen, daß es echte Änderungsbereitschaft gibt und ein ernsthaftes Wiedergutmachungsbemühen, um das Eheklima zu bessern und unter Umständen wieder harmonisch zu gestalten. Entspricht es nicht auch einem christlichen Verständnis, dem andern eine Chance zu geben, eine Bewährung zu gestatten? Sollte bei wirklicher Reue und gegenseitiger Vergebung nicht der Widerruf einer zuvor erstatteten Strafanzeige möglich sein und beachtet werden? Zwar kann eine Tat nicht rückgängig gemacht werden, aber unter Liebespaaren sollte die Möglichkeit offen bleiben, unter die verletzende Vergangenheit einen Schlußstrich zu ziehen. Staatsanwalt und Gerichtsverhandlung sind eher Klötze auf dem Weg ehelicher Verständigung, und eine öffentliche Verurteilung vertieft eher den Graben und dient nicht der menschlichen Harmonisierung.

Das Anliegen des Gesetzgebers ist verständlich und in manchen Fallen sicher auch richtig. Aber wenn es den Ehepartnern den Rückweg abschneidet bei dem Versuch zu einer Aufarbeitung und zu einer Neubegegnung zu kommen - ist dann ein solches Gesetz wirklich ehedienlich? Ist es menschlich und christlich?

Man wird abwarten müssen, was sich in den kommenden Jahren aus der Anwendung und Praxis ergibt: Größere Zurückhaltung von zur Gewalt neigenden Männern - das wäre gut; eine höhere Zahl von Frauen, die sich der neuen Möglichkeit bedienen, um zu einer wirksameren und schnelleren Scheidung zu kommen - das wäre schlimm; oder eine wachsende Zahl von Scheidungen, weil der Gesetzgeber selbst die Versöhnung der Partner in einer speziellen Ehekrise erschwert - das wäre traurig.

Ohnehin ist unsere Gesellschaft wenig bereit und selten fähig, auf menschliche und partnerschaftliche Krisen mit Geduld und auf inzwischen entwickelte beraterische und seelsorgerliche Antworten einzugehen, die Menschen in unserer erotisch aufgereizten und auch anforderungsreichen Welt nun einmal brauchen. Ehepaare werden in ihren Krisen allein gelassen und sind oft überfordert. Gewaltanwendung ist nicht selten ein Resultat von Überforderung. Sollt man nicht - ähnlich wie bei der vergleichbar komplizierten Abtreibungsproblematik - vor der Durchführung einer Hauptverhandlung vor dem Strafgericht einen Beratungs- oder Therapieversuch zwingend vorschreiben? Oft ist nicht nur das Gewaltopfer, sondern auch der Gewalttäter hilfs- und therapiebedürftig. So weit denkt jedoch das Strafrecht meistens nicht und in diesem Falle der Gesetzgeber offenbar auch nicht.

Gerhard Naujokat

Für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung danken wir dem Autor herzlich. (Red.)


Wissenswertes über Jehovas Zeugen

Im Oktober 1996 verbreitete die Wachtturmgesellschaft in Deutschland in einer besonderen Aktion eine Broschüre, die dazu dienen sollten, die Öffentlichkeit zu informieren: "JEHOVAS ZEUGEN - Menschen aus der Nachbarschaft Wer sind sie?" Hierin wurden einige Lehren sowie geschichtliche Hintergründe aufgeführt. Die Broschüre ist reichlich bebildert und zeigt viele freundlich lächelnde Zeugen und glückliche Familien - Menschen wie du und ich, mit besserer Moral und besonderen Glaubenslehren, aber sonst eben ganz normale Menschen, die in Frieden mit ihren Nachbarn leben möchten - so das Bild, das vermittelt wurde. Gibt es jedoch neben den Angaben, die die Organisation selbst über sich macht, noch andere Dinge, die wir wissen müßten, um ein wirklich genaues Bild zu bekommen?

Wer die Literatur der Wachtturmgesellschaft kennt, wird sich über den moderaten Ton wundern, der in dieser Broschüre angeschlagen wird. Sonst liest sich diese nämlich ganz anders!

Im weiteren sollen nur Zitate aus der Literatur der Gesellschaft aufgeführt werden - ohne Kommentar. Bilden Sie sich Ihr Urteil selbst!

Was sagt die Wachtturmgesellschaft über die christlichen Kirchen?

Frieden und Sicherheit - woher wirklich zu erwarten?, S. 32-33
Daher lautet der göttliche Ruf: "Geht hinaus aus ihr, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt" (Off.18,14). Diesen Schritt zu unternehmen heißt, die falsche Religion so zu sehen, wie Gott sie sieht. Es bedeutet, sie wegen ihrer faulen Früchte, ihrer Heuchelei und ihres Aberglaubens zu hassen. Abscheu soll man empfinden angesichts der Art und Weise, wie die falsche Religion Gott in den Augen der Menschheit falsch darstellt und zum Leid und zur Bedrückung der Menschheit beigetragen hat... Wenn du das erkennst, wirst du solchen Religionen jeden Beistand entziehen, und du wirst somit beweisen, daß du Gottes Gericht an ihnen völlig unterstützt.

Weltweite Sicherheit unter dem Fürsten des Friedens, S.30
"Babylon die Große", die in der Apokalypse oder Offenbarung als eine unsittliche Frau dargestellt wird, die auf einem "scharlachfarbenen wilden Tier" reitet, ist ein Sinnbild des Weltreiches der falschen Religion, zu dem auch alle Religionsgemeinschaften der sogenannten Christenheit gehören (Off 17,3-5).

Die Offenbarung - ihr großartiger Höhepunkt ist nahe, S.244: Wir erkennen, daß mit Babylon der Großen die gesamte falsche Religion gemeint ist. Sie ist "die Mutter der Huren", denn all die verschiedenen falschen Religionen auf der Erde, einschließlich der vielen Sekten der Christenheit, sind wie ihre Töchter, indem sie sie in ihrer geistigen Hurerei nachahmen.

Wachtturm (WT) vom 01.03.94, S.9
Jehova verglich die Bewohner Jerusalems mit denen Sodoms und Gomorras. Doch die Unsittlichkeit in der Christenheit übertrifft selbst die in Sodom und Gomorra. Ja, in Jehovas Augen ist die Christenheit sogar noch verwerflicher... Die Folge ist ein Klima sittlicher Entartung, in dem die verschiedensten heimtückischen Verlockungen zum Bösestun gedeihen. Die Unsittlichkeit hat derart überhand genommen, daß man Schlechtigkeit als etwas Normales betrachtet...

WT vom 01.03.81, S.28
Die Kirchen der Christenheit haben sich vom Geist der Welt infizieren lassen, von ihrem materialistischen Denken, ihren evolutionistischen Auffassungen, ihrer Bibelkritik und ihren Philosophien, die die Wahrhaftigkeit der Bibel leugnen. Die meisten von ihnen haben sich auch mit der Unmoral in der Welt abgefunden, sie haben nichts gegen Hurerei, Ehebruch und Homosexualität, obschon das alles zur Zerrüttung von Ehe und Familie führt, zur Jugend- und Erwachsenenkriminalität, zur Ausbreitung der Geschlechtskrankheiten und zum Anstieg von Gewalttaten. Die Kirchen mischen sich in die Angelegenheiten der Welt ein, stützen in gewissen Ländern die Diktatur, und in anderen helfen sie den Terroristen oder fördern sie ungesetzliche Umtriebe.

Wie stellt die Wachtturmgesellschaft sich selbst dar?

WT vom 01.10,94, S.8
Alle, die die Bibel verstehen möchten, sollten anerkennen, daß die überaus mannigfaltige Weisheit Gottes nur durch den Mitteilungskanal Jehovas, den treuen und verständigen Sklaven, bekannt werden kann (Joh 6,68).

WT vom 15.03.86
Nur in dem geistigen Paradies - unter Jehovas Zeugen - können wir die selbstaufopfernde Liebe finden, an der, wie Jesus sagte, seine wahren Jünger zu erkennen sind (Joh13,34.35). Die falschen Propheten haben sich durch ihre schlechten Früchte als das entpuppt, was sie in Wirklichkeit sind. ... Da Jehovas Zeugen von Gott belehrt werden, bringen sie in ihrem Leben wirklich die Früchte des Christentums hervor (Jes54,13). Nur Jehovas Diener haben sich vollständig von babylonischem Aberglauben getrennt. Nur sie haben eine Organisation, die sich völlig an das hält, was Gottes Wort über geschlechtliche Unmoral, Abtreibung, Trunkenheit, Diebstahl, Götzendienst, Rassenvorurteile und andere weltliche Bestrebungen und Praktiken sagt. Sie allein gehorchen dem Gebot, die gute Botschaft von Jehovas Königreich zu predigen (Matt24, 14). Gottes eigenes Wort weist unmißverständlich auf Jehovas Zeugen als das eine organisierte Volk hin, das von ihm gesegnet wird.

WT vom 15.05.81, S.17
Aus diesen Beispielen ist ersichtlich, daß Jehova Gott die Bibel so niederschreiben ließ, daß man mit seinem irdischen Kanal Verbindung aufnehmen muß, um sie völlig und genau verstehen zu können. Es stimmt, daß wir die Hilfe des heiligen Geistes Gottes benötigen, doch diese Hilfe wird uns in erster Linie zugänglich, wenn wir uns mit dem von Jehova Gott erwählten Kanal verbinden (1Kor.2,6-10)... Die Art und Weise, wie Jehova die Tätigkeit unter ihrer Leitung gesegnet hat, läßt im Sinn Gott hingegebener Christen keinen Zweifel aufkommen, daß sie die Anerkennung Jehovas genießt (Mat24,45-47)... Das, was die Organisation des "treuen und verständigen Sklaven" in den letzten 100 Jahren getan hat, zwingt uns, dasselbe zu sagen wie Petrus. Als Jesus seine Apostel fragte, ob auch sie ihn verlassen wollten, erwiderte er: "Zu wem sollen wir gehen?" (Joh6,66-69). Es besteht kein Zweifel, daß wir alle zum Verständnis der Bibel Hilfe brauchen. Wir können die notwendige biblische Anleitung nicht außerhalb der Organisation des "treuen und verständigen Sklaven" finden.

Wie denkt die Gesellschaft über Nicht - Zeugen?

WT vom 15.02.95, S.16
Wer zur Christenversammlung gehört, ob jung oder alt, sollte unnötige Gemeinschaft mit Personen meiden, die nicht Jehova hingegeben sind.

WT vom 15.11.94, S.25
... müssen wir vielleicht mit dem heutigen System der Dinge einen gewissen Kontakt haben, um die lebensnotwendigen Dinge zu beschaffen

WT vom 15.08.88, S.17
Doch einige lassen diesen inspirierten Rat außer Acht und pflegen mit weltlichen Personen auf der Arbeitsstelle oder in der Schule engen Kontakt. Ein verheirateter Bruder beging aufgrund dessen unsittliche Handlungen mit einer Arbeitskollegin. Er schloß sich auch seinen Kollegen auf ihren Zechtouren an und betrank sich.

Königreichsdienst vom Juni 89
"Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten (1Kor15,33). Einige in der Versammlung mögen geneigt sein, weltliche Bekannte und ungläubige Verwandte, die kein Interesse an der Wahrheit haben, zu Geselligkeiten einzuladen, weil sie denken, das würde sie ermuntern, die Wahrheit anzunehmen. Ist das jedoch weise und in Übereinstimmung mit der Bibel? ... Warum sollten wir unnötigen geselligen Kontakt mit Menschen pflegen, die fortgesetzt weltlichen Zielen nachstreben und keine Anbeter Jehovas werden möchten? (2Kor6,14.15) Einige... sehen nicht ein, daß es ihren Glauben schwächen und sie verderben kann, gesellige Gemeinschaft mit weltlichen grundsatzlosen Menschen zu pflegen. (Vgl. 2Thess3,14.15)

Wachtturm vom 01.08.93, S.18-20
Einige Christen sind trotzdem irregeführt worden. Sie entwickelten allmählich eine nachlässige Einstellung, was die Gesellschaft von Arbeitskollegen betraf. ... Vielleicht war ein Nichtchrist am Arbeitsplatz außergewöhnlich freundlich und rücksichtsvoll, was dazu führte, daß man immer mehr Zeit mit dem Betreffenden verbrachte und seine Gesellschaft sogar der von gewissen Personen aus der Versammlung vorzog. Dann versäumte man aufgrund dieser Verbindung vielleicht einmal eine Zusammenkunft. Möglicherweise kam man erst so spät nachts wieder nach Hause, daß man sich am nächsten Morgen nicht wie gewohnt am Predigtdienst beteiligte. Und unversehens hatte man sich einen Film oder ein Video jener Art angesehen, die Christen normalerweise ablehnen... Was wir gerade mit Bezug auf den Arbeitsplatz betrachtet haben, trifft ebenso auf die Gesellschaft mit Nachbarn zu. Die Christen im alten Korinth hatten sicher ebenfalls Nachbarn. ...Sind wir in unserem Umgang mit unseren Nachbarn und unseren Verwandten geneigt, genauso weiterzumachen wie seinerzeit, bevor wir Christen wurden? Sollten wir nicht statt dessen über unseren Umgang wachen und bewußt angemessene Grenzen festlegen? Jesus verglich das Wort vom Königreich einmal mit Samenkörnern, von denen einige "den Weg entlang [fielen], und die Vögel kamen und fraßen sie auf" (Mat13,3.4.19). Damals war der Erdboden am Wegesrand hart, da viele darüber liefen. Genauso verhält es sich mit manchen Menschen. In ihrem Leben dreht sich alles um Verwandte, Nachbarn und andere, die kommen und gehen und sie beschäftigt halten. Dadurch wird sozusagen der Boden ihres Herzens festgetreten, was es dem Samen der Wahrheit erschwert, Wurzeln zu schlagen. Eine ähnliche Verhärtung könnte in jemandem vor sich gehen, der bereits ein Christ ist.

Weltliche Nachbarn und Verwandte mögen freundlich und hilfsbereit sein, allerdings noch nie Interesse an geistigen Dingen oder Liebe zur Gerechtigkeit gezeigt haben (Mk10,21.22; 2Kor6,14). Ein Christ zu sein bedeutet nicht, daß man unfreundlich ist und kein gutnachbarliches Verhältnis wünscht. Jesus riet uns, echtes Interesse an anderen zu haben (Luk10,29-37). Doch der Rat des Paulus, in bezug auf unsere Gesellschaft vorsichtig zu sein, ist ebenfalls inspiriert und notwendig. Wenn wir den zuerst genannten Rat befolgen, dürfen wir den anderen trotzdem nicht außer acht lassen. ...Wie sehen unsere Gewohnheiten aus im Vergleich zu denen unserer Nachbarn und Verwandten, was die Ehrlichkeit und das Befolgen der Gesetze des Cäsars betrifft? Wenn es um die Zahlung von Steuern geht, mögen sie zum Beispiel die Ansicht vertreten, es sei gerechtfertigt, ja für das Überleben sogar unerläßlich, ein geringeres Einkommen oder einen geringeren Gewinn anzugeben. Sie mögen uns ihre Ansichten bei einem "Kaffeeklatsch" oder bei einem kurzen Besuch überzeugend darlegen. Welche Auswirkungen mag das auf unser Denken und auf unsere ehrlichen Gewohnheiten haben? (Mk12,17; Rö12,2). "Laßt euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten."

Junge Menschen werden in besonderer Weise durch das beeinflußt, was sie sehen und hören. Haben wir nicht auch schon Kinder beobachtet, deren Gesten oder deren Auftreten sehr dem ihrer Eltern oder ihrer Geschwister ähnelt? Es sollte uns daher nicht überraschen, daß Spielkameraden oder Mitschüler einen wesentlichen Einfluß auf Kinder ausüben. ... Wollten wir uns einbilden, unsere Söhne oder unsere Töchter würden unbeeinflußt bleiben, wenn sie von Jugendlichen umgeben sind, die respektlos über ihre Eltern sprechen? Was geschieht, wenn sie des öfteren hören, wie andere Jugendliche obszöne Worte gebrauchen? Was ist, wenn sich die Gleichaltrigen in der Schule oder in der Nachbarschaft für eine neue Schuhmode oder eine bestimmte Art des Schmucks begeistern? Sollten wir glauben, daß junge Christen für solche Einflüsse unempfänglich sind?

Wie steht die Wachtturmgesellschaft zu ehemaligen Zeugen?

Wachtturm vom 15.12.81
Würde ein Christ auf Gedeih und Verderb zu einem Missetäter halten, der von Gott verworfen und dem die Gemeinschaft entzogen worden ist oder der die Gemeinschaft verlassen hat, so würde er gewissermaßen sagen, er wünsche auch keinen Platz 'auf Gottes heiligem Berge'. Wenn die Ältesten beobachten würden, daß er diesen Weg beschreitet, indem er regelmäßig mit einem Ausgeschlossenen zusammen ist, würden sie versuchen, ihm liebevoll und geduldig zu helfen, wieder Gottes Standpunkt einzunehmen (Mat18, 18; Gal 6,1). Sie würden ihm Rat erteilen und ihn nötigenfalls 'mit Strenge zurechtweisen', da sie ihm helfen möchten, 'auf Gottes heiligem Berge' zu bleiben. Wenn er aber nicht aufhört, Gemeinschaft mit dem Ausgeschlossenen zu pflegen, 'hat er an den bösen Werken teil' (indem er sie unterstützt oder sich daran beteiligt) und muß aus der Versammlung entfernt oder ausgeschlossen werden.

WT vom 15.01.90, S. 28
Der Geistlichkeit, die für die Verfolgung der Diener Gottes berüchtigt ist, haben sich Abtrünnige, die sich früher als Zeugen Jehovas ausgegeben haben, angeschlossen. Diese Abtrünnigen kehren zu den gespeiähnlichen Lehren der Christenheit zurück und tun sich den sinnbildlichen Trunkenbolden Babylons der Großen zusammen, indem sie die Klasse des treuen und verständigen Sklaven Jehovas schlagen und scharf kritisieren.

WT vom 01.11.94 S.21
Es gibt allerdings auch Fälle, in denen ein Diener Jehovas kein Erbarmen zeigen darf (vergl. 5.Mo13,6-9) Für einen Christen kann es zu einer echten Prüfung werden, mit einen engen Freund oder einem Verwandten, der ausgeschlossen wurde, einen Umgang mehr ..zu haben. In einem solchen Fall ist es wichtig, Gefühlen des Mitleids nichts nachzugeben (1.Kor. 5,11-13). Eine solche Festigkeit kann den Abgeirrten sogar ermuntern zu bereuen.

WT vom 01.07.94, S.9ff
Wie könnte man sich in unserer Zeit dessen schuldig machen ,,am Tisch der Dämonen teilzuhaben? Dadurch, daß man irgendwelchen Interessen dient, die gegen Jehova gerichtet sind. Der Tisch der Dämonen schließt sämtliche dämonische Propaganda ein, die darauf abzielt, uns irrezuführen und von Jehova wegzuziehen. Die Speise auf dem Tisch der Dämonen ist giftig. Man denke nur an die Speise, die von der Klasse des bösen Sklaven, den Abtrünnigen, verbreitet wird. Sie ist weder nahrhaft noch förderlich. Das kann sie auch gar nicht sein, weil die Abtrünnigen aufgehört haben, sich am Tisch Jehovas zu ernähren.. Ja, Abtrünnige veröffentlichen Literatur voller Entstellungen, Halbwahrheiten und absoluter Unwahrheiten.... Es wäre gefährlich, sich aus Neugier verleiten zu lassen, ihre Schriften zu lesen oder ihren Lästerreden zuzuhören. Wir mögen zwar denken, daß für uns persönlich kein Risiko besteht, aber da wäre doch der Fall. Warum? Unter andrem deshalb, weil in der Literatur der Abtrünnigen Unwahrheiten mit glatten Worten und verfälschten Worten dargelegt werden. ..Und selbst wenn die Abtrünnigen irgendwelche Tatsachen anführen, sind diese gewöhnlich aus dem Zusammenhang gerissen mit dem Ziel, andere vom Tisch Jehovas wegzuziehen.....Und es gibt einen weiteren Aspekt. Wohin sind die Abtrünnigen zurückgekehrt? In vielen Fällen sie wieder in die Dunkelheit der Christenheit und ihrer Lehren zurückgefallen, wozu zum Beispiel der Glaube gehört, daß alle Christen in den Himmel kommen.

Gehorsam in der Wachtturmgesellschaft

WT vom 15.09.89, S. 24+25
Auf dem schmalen Weg des Lebens zu bleiben ist nicht leicht. Es setzt voraus, daß wir die Anleitung aus Gottes Wort und die Anweisung derer befolgen, die mit Hirtenpflichten in Jehovas Organisation betraut sind (Matt7,13.14). ...Auch in kleineren Dingen sollten wir die Anweisungen der Ältesten respektieren. Befolge ich die Anweisungen...über die Art wie wir uns kleiden sollten?

WT vom 01.03.95, S.16
...und Jehova begann das Volk mit einer sehr großen Schlachtung zu schlagen... Ihnen mangelte es an Wertschätzung für die Vorkehrungen Jehovas, was sie veranlaßte, gegen ihn zu murren, obwohl sie versprochen hatten, alles zu tun, was Jehova geredet hatte. Vergleichbar damit wäre, sich heute über den Tisch Jehovas zu beklagen. Einigen fehlt es an Wertschätzung für die geistigen Vorkehrungen, die Jehova durch den treuen und verständigen Sklaven trifft.

WT vom 15.11.92,S.19
Die ernannten Ältesten sollten die nahrhafte geistige Speise besonders schätzen, für die Gott durch den treuen Sklaven sorgt. Vor Jahren mangelte es einigen Ältesten an dieser Wertschätzung. Wie eine Beobachterin erzählte, "kritisierten [sie] Artikel im Wachtturm und waren nicht bereit, ihn ... als Gottes Kanal der Wahrheit anzuerkennen, und sie versuchten immer, andere zu beeinflussen, so zu denken wie sie". Loyale Älteste versuchen dagegen niemals, andere dahin gehend zu beeinflussen, daß sie etwas von der geistigen Speise ablehnen, für die Gott durch den treuen Sklaven sorgt... Alle Jehova hingegebenen Zeugen müssen ihm und seiner Organisation gegenüber loyal sein. Wir sollten nicht einmal erwägen, uns von Gottes wunderbarem Licht abzuwenden und einen Lauf der Abtrünnigkeit einzuschlagen, der schon jetzt den geistigen Tod nach sich zieht und schließlich in die Vernichtung führt (Jer17,13). Und was sollten wir tun, wenn es uns schwerfällt, bestimmte biblische Gedanken, die der treue Sklave darlegt, voll und ganz anzunehmen? In diesem Fall sollten wir uns demütig in den Sinn zurückrufen, wo wir die Wahrheit kennengelernt haben, sowie um Weisheit beten, diese Prüfung durchzustehen, bis die Angelegenheit klargestellt wird (Jak1,5-8).

WT vom 01.12.90, S.19
Wir haben die Gelegenheit, unseren Brüdern, die in der Versammlung oder in Verbindung mit Jehovas weltweiter sichtbarer Organisation die Führung übernehmen, Liebe zu erweisen. Dazu zählt, dem "treuen und verständigen Sklaven" gegenüber loyal zu sein (Mat24, 45-47). Seien wir uns dessen bewußt, daß wir von uns aus die Wahrheit nie erkannt hätten, ganz gleich, wie häufig wir in der Bibel gelesen hätten. Nie hätten wir die Wahrheit über Jehova, seine Vorsätze und Eigenschaften sowie über die Bedeutung und Wichtigkeit seines Namens, des Königreiches und des Lösegeldes Jesu herausgefunden noch den Unterschied zwischen Gottes Organisation und derjenigen Satans, noch den Grund, warum Gott das Böse zugelassen hat.

WT vom 15.06.96, S.21
Im ersten Jahrhundert erwiesen sich gottlose Menschen, die sich in die Christenversammlung eingeschlichen hatten, als falsche Lehrer und als Murrende... Heute werden einige Personen zu Murrenden, weil sie zulassen, daß sich in ihrem Herzen eine geistig zersetzende Einstellung entwickelt...Das Murren kann bei ihnen so weit gehen, daß sie Veröffentlichungen des treuen Sklaven kritisieren.

Sigrid Raquet (leicht gekürzt)

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[ 1 ] Jörg MILBRANDT, Aubryweg 5, 30629 Hannover; das Programm kostet DM 129,-
[ 2 ] http://home.t-online.de/home/worldwide; auch alle nachfolgenden Zitate stammen von dieser Homepage
[ 3 ] Man bekommt also tatsächlich den kompletten Text der Lutherbibel - nicht nur als Buchstabenkette - mitgeliefert!
[ 4 ] Ich interpretiere das folgende Beispiel frei nach DROSNIN!
[ 5 ] In 5Mose 2,30 findet sich ebenfalls das Wort "KOHL" mit AL 6, wobei das "K" von "KOHL" gleichzeitig der Beginn des Wortes "KÖNIG" ist.
[ 6 ] LANGE, a.a.O.
[ 7 ] NAI Juli 97, S. 15 (interessanterweise unter der Rubrik "SPECULARI"), Hervorhebung im Original
[ 8 ] S. 100
[ 9 ] Bereits in den NAI vom 17.05.1989 brachte SCHNEIDER einen Artikel zum Thema "Bibelcode", wo er u.a. auf ein damals gerade erschienenes Buch ("Zusätzliche Dimension") von Prof. Ilya RIPS, Yoav ROSENBERG und Doron WITZTUN (sic!) einging. Auch wenn er schlußendlich meint, daß für den Glaubenden der Computerbeweis "überflüssig" ist, ist er doch andererseits vom Nutzen des Codes überzeugt, "denn wer zweifelt schon ernsthaft die Resultate eines konfessionslosen und unbestechlichen Computers an, der auf seine Weise beweist: 'Und die Bibel hat doch Recht..!'"
Darüber hinaus veröffentlichte SCHNEIDER auch 'erbauliche' Codes des in Jerusalem lebenden Hans-Holger LORENZSONN (NAI 12/96, 01/97, 03/97).
[ 10 ] Persönlich habe ich zudem den Eindruck, daß man selbst bei der Lektüre eines Wachturms der Zeugen Jehovas mehr von der eigentlichen Botschaft der Bibel mitbekommt als bei DROSNINS Bibelcode.
[ 11 ] In einem eMail vom 28. März 2000 erklärte Herr Milbrandt: "Die Software ist der letzte Müll. Es gibt für mich keinen Bibelcode. Die Software wurde auch nicht von mir entwickelt, ich habe sie eine Zeitlang nur vertrieben. Die Homepage existiert auch nicht mehr. Der richtige Entwickler und Vertrieb läuft bei der Firma http://www.ansys.de/bibelcode