1999-2 | Aus dem Bibelbund |
Jürgen Neidhart (Interlaken) machte in seinem Abschlussvortrag mit einigen Stichworten noch einmal klar, dass die christliche Gemeinde unter der geistigen Prägung der Postmoderne stehe - wie Francis Schaeffer es in seinem beachtenswerten Titel "Die grosse Anpassung" anfangs der achtziger Jahre bereits vorausgesagt habe: Pluralismus, Relativismus, Individualismus, Materialismus, Genusssucht, Erlebnisorientierung, Harmoniesucht usw. Unter der Überschrift "Der biblische Weg aus der Krise" warnte der Beatenberger Dozent sowohl vor gedankenloser Anpassung - etwa aus gutgemeinten evangelistischen Gründen - als auch vor destruktiver Absonderung. "Konstruktive Ablehnung" sei der Weg, den die Gemeinde in dieser Zeit gehen müsse. "Das Evangelium stellt alle Kulturen in Frage", zitierte er Stephan Holthaus. Christen haben die Aufgabe, das Wesen des Gottesdienstes im Kreuz und in der Begegnung mit dem Heiligen Gott neu zu entdecken. Sie müssen in der Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist das ewige Wort der Wahrheit mutig bekennen und sich von ihm immer wieder prägen lassen. Die entscheidende Frage in der Gemeinde ist heute nicht, wie Gemeinde zu bauen, sondern welcher Inhalt in dem zerbrechlichen Gefäß Gemeinde zu finden sei.
Der Bibelbund Schweiz hat vor drei Jahren seine Arbeit aufgenommen. In seiner Glaubensgrundlage betont er die Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift. Seine Arbeit widmet sich dem Einsatz für das Evangelium, der Kritik an der Bibelkritik und der Darstellung bibeltreuer Theologie. Seine Zeitschrift Bibel und Gemeinde erscheint in Deutschland seit 100 Jahren. Der dortige Bibelbund wurde 1894 gegründet.