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Die Bibel spricht davon, dass es den Satan und seine Dämonen gibt. Wir tun gut daran, diese Realität nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn jemand im Bereich der Weltmission irgendwo in der Zweidrittelwelt arbeitet, wird er sehr schnell mit dieser Wirklichkeit konfrontiert.
Als ich vor vier Wochen bei den Indianern in Südamerika war, wurde sehr schnell deutlich, was die Missionare dort bewegt. Zum Beispiel haben sie angefangen, für die Indianer ganz normale Straßendörfer zu bauen: in der Mitte die Straße, links und rechts die Höfe. Und ich habe das einfach nur zur Kenntnis genommen. Doch dann sagt der Missionar mir: "Verstehen Sie nicht, was es bedeutet, dass Indianer bereit sind in einem Straßendorf zu leben?" "Nein", sagte ich, "das müssen sie mir erklären!"
"Bevor diese Menschen zu Jesus finden, haben sie eine panische Angst vor Geistern. Sie werden zum Beispiel von der Angst geplagt, dass die Verstorbenen als Geister in die Hütte zurückkehren und sie heimsuchen würden. Dann würden sie sich an der Leber festsetzen und sie aussaugen oder was auch immer. Sobald jemand gestorben ist, haben die Hinterbliebenen deshalb nichts Eiligeres zu tun, als ihre Sachen zu packen, die Hütte abzubrennen und dann auf verschlungenen Pfaden durch die Büsche und die Steppenlandschaft zu verschwinden, um irgendwo wieder eine neue Hütte zu bauen. Auf verschlungenen Pfaden können die Geister nicht folgen. Doch an einer geraden Straße zu wohnen, das wäre viel zu gefährlich. Verstehen sie jetzt, warum es ein Sieg für das Evangelium ist, dass diese Indianer jetzt - als gläubig Gewordene - in einem Straßendorf leben? Sie haben die Furcht vor den Geistern verloren! Und wenn jemand stirbt, haben sie keine Angst mehr vor ihren Geistern, sondern können ganz normal trauern. Sie wissen sich und ihr Leben in Gottes Hand."
| Kontraste: Hier die modernen Theologen, die uns sagen, dass es keine teuflischen Mächte gibt, und dort Menschen, die große Angst vor diesen Geistern haben |
Das sind die Kontraste: Hier die modernen Theologen, die uns sagen, dass es keine teuflischen Mächte gibt, und dort Menschen, die große Angst vor diesen Geistern haben, ja die sogar erleben, dass andere krank werden und sterben, wenn da ein Zauberdoktor einen Fluch ausspricht. Das ist mir in Südafrika ebenso begegnet wie auf den Philippinen. Realitäten der unsichtbaren Welt. Wie steht es im Blick auf diese Dinge - biblisch gesehen? Wie wird heute damit umgegangen? Und was ist unsere Aufgabe?
Mein Ausgangspunkt ist der Epheser- und der Kolosserbrief. Ephesus war berühmt für seinen Artemistempel, oder wie er bei den Römern genannt wurde, den Tempel der Diana. Von Ephesus aus wurde Okkultismus und Zauberei ins ganze römische Reich exportiert. Man könnte sagen: Ephesus war die Hauptstadt des Okkultismus im römischen Reich. Bruce Metzger schreibt in einem Aufsatz über Paulus und die Magier: "Von allen griechisch-römischen Städten war Ephesus, die drittgrößte Stadt des römischen Reiches, bei weitem diejenige, die am stärksten Magier, Zauberer und Scharlatane aller Art angezogen hat." Wenn man ins Neue Testament schaut, merkt man etwas davon. Als Paulus nach Ephesus kommt, begegnet ihm das Okkulte gleich in geballter Weise. Apostelgeschichte 19,19 ist davon die Rede, dass in Ephesus Zauberbücher im Wert von 50.000 Tageslöhnen verbrannt wurden. Allein die Menschen, die zum Glauben kamen, hatten derart viel Zauberliteratur, dass sie diesen immensen Geldbetrag wert war. In den Versen vorher blickt man in die Synagoge von Ephesus. Da ist von jüdischen Exorzisten die Rede, Söhnen eines gewisse Skevas, die dort mit ihren Beschwörungsformeln versuchten, Dämonen zu bannen. Sie erlebten, wie diese Geister kehrt machten, und sie, die Exorzisten, unbekleidet aus dem Haus fliehen mussten. Schon diese beiden Episoden in Apostelgeschichte 19 zeigen uns etwas von dem, was wir auch aus Inschriften und von griechischen Schriftstellern wissen: Ephesus war das Zentrum des Okkultismus in der damaligen Zeit. Und genau dort baut Christus seine Gemeinde.
| Ephesus war wirklich ein Zentrum des Okkultismus |
Es gab die so genannten "ephesia grammata", die "ephesischen Zettel", wenn man das so übersetzen will. Das waren Zauberbriefe, kleine Schutzzauberstücke, beschrieben mit magischen Bannsprüchen. Dieser Schutzzauber sollte gegen dämonische Mächte wirken, die einen krank machen oder sonst wie schaden wollen. Seit dem 4. Jahrhundert vor Christus, so bezeugt es eine Inschrift von Kreta, gab es diese "ephesia grammata". Und durch die Jahrhunderte hindurch werden sie immer wieder in der griechischen Literatur erwähnt.
Noch ein Wort zu dem Artemis-Kult in dem Tempel, der eines der sieben Weltwunder der Antike darstellte. Dieser Kult der Artemis oder Diana von Ephesus war hochgradig okkult. Artemis galt neben der griechischen Göttin Hekate und Selena als eine der Göttinnen der Unterwelt. Artemis war für die Totengeister zuständig. Sie war sozusagen die Gespenstergöttin, zu deren Gunsten die Leute im Amphitheater stundenlang schrieen: "Groß ist die Artemis der Epheser!". Nach Pausanias, einem griechischen Schriftsteller, war sie damals die meistverehrte Göttin in Asien. Einmal im Jahr strömten die Pilger für einen Monat zu den so genannten Artemisia-Feiern nach Ephesus. Und dann nannte man diese Artemis: "Die, die den höchsten Thron hat" (die "Protothronia"), die Retterin ("soteria"), die Herrin der Welt ("kyria"), die Königin des Kosmos ("basilis kosmou"). Die "Größte", die "Höchste", die "Mächtigste". Mit all diesen Bezeichnungen, die das Neue Testament zum Teil für Christus verwendet, hat man diese Gespenstergöttin verehrt. Prochorus überliefert ein heidnisches Gebet aus jener Zeit: "O, große Artemis der Epheser, hilf! Zeige deine Macht an diesem jungen Mann, der gestorben ist. Denn alle Epheser wissen, Männer wie Frauen, dass alle Dinge von dir regiert werden, und dass große Machttaten durch dich geschehen." Artemis galt als mächtiger als alle Dämonen und Totengeister. Deswegen hielt man ihren Zauber für besonders wirkkräftig. Solch einen Zauber brauchte man, damit der einem notfalls diese Totengeister und Dämonen vom Leibe halten konnte. Auch ein Fruchtbarkeitszauber und die Astrologie gehörten zum Artemis-Kult. Die Artemis wird oft mit den Tierkreiszeichen um den Hals abgebildet. Ephesus war wirklich ein Zentrum des Okkultismus.
Und jetzt stellen wir uns vor: Da stand dieses Weltwunder, der Tempel der Gespenstergöttin. Und irgendwo in einem Privathaus, das ursprünglich vielleicht der Laden von Priszilla und Aquila gewesen war, versammelte sich die kleine Hausgemeinde von Ephesus. Dort waren Tausende, die Magie betrieben, hier die Wenigen, die Jesus verehren.
Wie geht das Neue Testament mit diesen Machtverhältnissen um? Manche Leute heute hätten bei solch unmittelbarer Nachbarschaft kein größeres und anderes Thema gehabt als das des Okkultismus. Aber wie geht Paulus mit diesen Dingen um? Redet er dauernd vom Okkulten, oder gar nicht?
Der Epheserbrief, der ein grundsätzlicher Brief ist, wird uns das verdeutlichen. Es ist interessant, wenn man in Kapitel 1 das Dankgebet von Paulus liest. In Vers 15 geht es in eine Fürbitte über. Und da betet Paulus unter anderem darum, dass Gott den Ephesern die Augen öffnen möge für seine unglaubliche Macht. Er möge ihnen zeigen, "was die überschwängliche Größe seiner Kraft ist an uns, den Glaubenden, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, die er in Christus hat wirksam werden lassen indem er ihn von den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt eingesetzt hat, hoch über alle Gewalten und Mächte und Kräfte und Herrschaften und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch im Zukünftigen genannt werden wird, und er hat alles ihm unter die Füße getan, und hat ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt" (V. 19-23). Den Christen in der Hauskirche in Ephesus und den anderen in den Gemeinden rundherum sollen durch Gottes Gnade die Augen aufgehen für die überaus gewaltige Größe und Macht, die Gott hat. Paulus türmt die Machtbegriffe förmlich übereinander: "die Wirksamkeit der Macht seiner Stärke" - Macht hoch drei bei Gott!
Dafür brauchen die Gläubigen einen Blick. Wenn ein ephesischer Christ aus seiner Haustür trat, hat es nicht lange gedauert, dann stand er im Schatten dieses unglaublich mächtigen Tempels der Gespenstergöttin. Da kann es einem schon anders zumute werden. Aber: "Gott möge euch die Augen öffnen, für die unglaubliche Macht Gottes", betet Paulus. Und dann sagt er: "Diese Macht Gottes war so stark, dass sie dem Tod die Macht genommen hat. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt, er hat Jesus erhöht!" Und dann kommen all die okkulten Namen, die damals für diese Mächte gebraucht wurden: "Mächte" und "Kräfte" und "Fürstentümer" und "Gewalten", und Paulus fügt dann noch an: "…und egal wie sie noch heißen". Man mag sie nennen, wie man will, das ist egal. Wichtig ist nur eines:
| Wichtig ist nur eines: Jesus ist stärker als alle dämonischen Mächte |
Und dann wird es still im Blick auf die okkulten Mächte - im ganzen Epheserbrief. Dann geht es drum, wie Gott seine Gemeinde baut, wie Menschen, die fern waren, nahe kommen und zueinander finden und zu Gott finden, und wie sie Mission treiben und wie sie nun eins sein sollen, wie sie rein sein sollen, und wie sie miteinander leben - auch in ihren Sozialbeziehungen. Der Teufel und seine Mächte kommen gar nicht mehr vor - und die Gespenstergöttin erst recht nicht. Sie wird noch nicht einmal ausdrücklich namentlich erwähnt.
Erst am Ende des Briefes kommt noch ein kleines PS: "Übrigens" (Eph 6,10). Es ist wirklich ganz bewusst hinten angehängt: "Übrigens, seid stark in dem Herrn und der Macht seiner Stärke. Zieht die Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt. Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern …" Und jetzt kommen wieder diese Namen: "… gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in der Himmelswelt. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen könnt." Am Anfang hieß es: Gott möge euch die Augen öffnen für die Macht seiner Stärke. Und jetzt am Ende: Übrigens, ergreift diese Macht seiner Stärke, nehmt sie in Anspruch!
Doch dann werden uns keine Angriffswaffen genannt. Jetzt kommt nicht ein schlauer Pseudo-Okkultismus als Rezept für die Epheser:
| Kein schlauer Pseudo-Okkultismus als Rezept für die Epheser |
Bevor wir hier weitersprechen, noch einmal zurück zur Landkarte: Nicht weit weg von Ephesus, ein bisschen das Mäandertal hoch und dann noch zehn Kilometer in das Lycos-Tal hinein, liegt die kleine Stadt Kolossä. Es könnte sein, dass der Kolosser- und der Epheserbrief in der gleichen Woche geschrieben worden sind. Etwa vierzig Verse in beiden Briefen stimmen fast wörtlich überein. Man merkt, dass Paulus es mit den gleichen Gedanken zu tun hat. Der gleiche Tychikus ist der Bote, der mit diesen Briefen unterwegs ist. Und ich vermute, dass das Problem, das es in der Gemeinde von Kolossä gab, der Anlass war, dass Paulus überhaupt den Epheserbrief als einen Rundbrief an die Gemeinden um Ephesus herum schrieb. Tychikus hat sozusagen zwei Briefe in der Tasche: den Epheserbrief und den Kolosserbrief.
Es ist bemerkenswert, wie Paulus im Kolosserbrief mit der Thematik umgeht. In Kolossä hat er es mit mystisch veranlagten Christen zu tun, die, so sagt er Kapitel 2,16-20, neben viel Gesetzlichkeit und Sinn für Rituale auch einen Sinn für das Übersinnliche haben. "… sie haben in Visionen Engelwesen gesehen …" sagt Paulus, "… und halten sich nicht fest an dem Haupt, Christus." Sie interessieren sich für diese Mächte und Gewalten im Luftraum mehr als für Christus. Und gerade diesen Leuten schreibt Paulus einen Brief, in dem es von A-Z um Christus geht. Schon im Kapitel 1,15 sagt er: Hört mal, "Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung. In ihm ist nämlich alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare…" Und jetzt kommen sie wieder, diese Mächte: "… es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte - alles ist durch ihn und für ihn geschaffen." Durch ihn geschaffen.
| Diese Mächte, sind „Gemächte“, sie sind nur gemacht, sie sind nur Geschöpfe, keine Gottheiten |
Angesichts einer ganz dichten Gegenwart von okkulten Mächten, von Okkultisten und ihren Praktiken sagt die Bibel: Lasst uns christozentrisch denken, von der Macht Gottes her, von dem Sieg her, der am Ostermorgen geschehen ist und sich in der Himmelfahrt fortsetzte. Wir haben es doch mit der Macht zu tun, die der erhöhte Herr zur Auswirkung kommen lässt, wenn wir uns an ihn halten, an sein Heil, an sein Evangelium, an seine Wahrheit, an sein Wort oder ans Gebet - das sind ja die Elemente der Waffenrüstung in Epheser 6. Wir wollen uns an ihn halten, der der Schöpfer aller Dinge, auch dieser Mächte, ist, und der der Sieger über diese Mächte ist. Punkt. Amen. Das ist die wichtigste Lehre über das Okkulte. Wir merken auf der einen Seite: Diese Mächte der jenseitigen Welt gibt es. Sie werden ernst genommen. Sie haben ihr Wesen im Luftraum. Sie haben sogar ihre Herrschaft über die Kinder des Ungehorsams. Andererseits aber sollen die Gotteskinder zwar mit der Realität dieser Mächte rechnen, aber vor allem sollen sie mit der Macht Jesu rechnen und da den Akzent setzen.
Das ist heute anders. Teilweise gibt es da eine ganz ungesunde Beschäftigung mit dem Okkulten. Mir ist das in meiner eigenen Jugendzeit so begegnet, wo Brüder in mein Elternhaus kamen, die sonst wirklich bibeltreue Menschen waren, aber irgendwann mal auf die Idee gekommen waren: Nur wenn ein Christ freigesprochen ist von okkulter Belastung, kann er auch im Glauben leben und geistlich vorankommen. Das ging dann soweit, dass der Bruder dann eine halbe Stunde vor Beginn der Abendbibelstunde zu meinem Vater sagte: "Hör mal, du musst jetzt die Bibelstunde aus dem Stehgreif halten. Die Dämonen haben sich wieder angesagt und ich muss jetzt den Gebetskampf gegen die Dämonen aufnehmen." Am Ende hat in dieser Freizeit, sozusagen, der Teufel die Tagesordnung bestimmt.
| Im Kampf gegen das Okkulte vom Okkulten fasziniert |
In den letzten zwanzig Jahren ist mir das allerdings vornehmlich in den charismatischen Kreisen begegnet, die nun ihrerseits betonen: "Wir möchten den Kampf gegen das Okkulte führen." Auch da findet sich eine Akzentsetzung, die anders ist als die des Neuen Testamentes. Da kommt vor einiger Zeit ein junger Mann zu mir und sagt: "Ich kann abends eigentlich nicht mehr ruhig einschlafen, ich hab immer Angst." Ich frage: "Was ist los?" Und dann sagt er: "Ich war in dieser charismatischen Gemeinde ... und da habe ich dieses Buch auf dem Büchertisch mitgenommen."
In der Nacht las ich dann dieses seltsame Buch von Rebecca Brown mit dem Titel "Er kam, um die Gefangenen zu befreien" (Ingolstadt: Vertrieb Christl. Literatur, 3.Aufl. 1990). Die Autorin gibt darin vor, eine Ärztin zu sein, der Gott besondere Einsichten in den Bereich des Okkultismus gegeben hätte. Sie sei in Kalifornien mit einer Hohenpriesterin des Satanistenkultes "Elaine" in Kontakt gekommen. Dann schreibt sie lang und breit, wie Gott diesen Geisterkampf mit Elaine offenbar zugelassen hat, bis sie frei wurde, um ihr tiefere Einblicke in den Bereich der Jenseitigkeit zu geben. Und Kapitel für Kapitel wird man dann immer mehr mit "tiefen Einsichten" in die jenseitige Welt konfrontiert. Das klingt dann beispielsweise so:
So geht es das ganze Buch hindurch: immer tiefere Einblicke in den jenseitigen Bereich. Da wird dann über den Geisterkampf berichtet und gesagt, dass eigentlich die Bibel nicht genügt. Um in Kalifornien Leute richtig befreien zu können, muss man eben in die wirklichen Realitäten schauen. Und da sieht man z.B., dass es einen Leib-Körper, einen Seelen-Körper und einen Geist-Körper gibt, und man muss wissen welcher Dämon für die verschiedenen Öffnungen des physischen Körpers zuständig ist.
| Muss man wissen, wie die Dämonen heißen, die die verschiedenen Körper-Öffnungen bewachen? |
Es kann auch anders gehen. In seinem - ich meine sehr guten - Buch: "Macht ohne Auftrag - Warum ich mich nicht an der geistlichen Kriegführung beteilige", berichtet Wolfram Kopfermann, wie ihm, der diese geistliche Kriegführung zunächst mit großer Bereitschaft aufgenommen hatte und die entsprechenden Leute nach Deutschland holte, deutlich wurde: "Augenblick mal, es gibt ja gar keine biblischen Begründungen für das, was da passiert." Und dann setzt er sich mit Leuten wie Hartwig Henkel, mit Wolfhard Margies in Berlin und anderen auseinander, die im Anschluss an C. Peter Wagner seit den Jahren 1990/1992 die These vertreten:
Dazu wird ein so genanntes "spiritual mapping" gemacht. Da werden Landkarten gezeichnet, in die eingetragen wird, welcher Oberdämon und welche Unterdämonen für welches Gebiet zuständig sind. Man muss sie nur durch "prophetische Einsichten" namentlich herausfinden, dann kann man sie im Gebet bekämpfen. Es gibt viele Christen, die sich dem öffnen und meinen, sie müssten es auch so tun.
Was passiert hier? Im Grunde genommen Wahrsagerei.
| Es ist Wahrsagerei und magisches Denken, wenn man erst die Namen von Dämonen herausbekommen muss, damit man gegen sie anbeten kann damit dann die Gemeinde wächst |
Vor einigen Jahren erhielt ich eine Ausgabe vom "International Spiritual Warfare Network Members". Dort schreibt C. Peter Wagner, damals noch Fuller-Seminary, was im September 1999 stattfinden sollte. Einer Schwester sei durch prophetische Eingebung klar geworden, dass die Artemis von Ephesus das Gleiche wäre wie die Himmelskönigin. Also schließt Peter Wagner scharfsinnig: Die Artemis, die damals die große Gespenstergöttin war, ist zugleich jene dämonische Macht, die als Himmelskönigin Maria hinter dem Weltkatholizismus steht. Und dann gäbe es auch antike Zeichnungen der Artemis, wo diese nicht nur die Tierkreiszeichen um den Hals hätte, sondern auch mehrmals die Mondsichel. Und dann stellt Wagner die Frage: "Wisst ihr, welche Religion die Sichel vor allem hat?" Jetzt hätte man in irgendeiner Weise an den Kommunismus denken können, aber der war ja Ende der 90er Jahre schon tot. Wagner denkt an den Islam: "Auch hinter dem Islam steht diese Gespenstergöttin!". Und dann ist klar, was passieren muss: "Christen aller Kontinente vereinigt euch, lasst uns ‚sturmbeten' auf das Datum September 1999 hin. Und dann sollten sich die mutigsten Beter und Kämpfer von allen Kontinenten aufmachen und zusehen, dass sie im September 1999 in der Türkei sind. Und "zufällig" sollten sie an einem Tag alle nach Ephesus kommen. "Dann lasst uns in das alte Amphitheater gehen, das da ja immer noch existiert, und dann lasst uns dort herumlaufen und mit aller Macht gegen diese Dämonen-Himmelskönigin anbeten! Und dann, wenn die Macht dieser Dämonin gebrochen ist, werden wir erleben wie der Weltkatholizismus seine Macht verliert, wie der Islam seine Macht verliert und wie es zur weltweiten Erweckung kommt." Das hat zwischen 1997 und 1999 eine ganze Reihe von Leuten unglaublich beschäftigt. Inzwischen sind drei Jahre vergangen und was ist passiert? Nichts. Es ist auch wohl kaum der biblische Weg der Weltmission. Man kann diese Denkweise nur als einen Semi-Okkultismus bezeichnen.
Kampf gegen die unsichtbare Welt! Sollen wir das wirklich so tun wie Rebecca und Elaine? Müssen wir unsere Innenwelt auf dämonische Verortungen hin erforschen, damit am Ende irgendwie deutlich wird, wo der Dämon für die Ohren, die Augen, das Gehirn, mein Gefühl, meinen Willen lokalisiert ist, und wie er heißt, um ihn bekämpfen zu können? Komme ich dann endlich in der Heiligung voran? Und müssen wir in unserer Umwelt Dämonen aufspüren und namentlich identifizieren und sie im Gebet unter Beschuss nehmen? Kommt so die Sache des Evangeliums voran?
Es gibt viele charismatische Christen, die bis heute diesen Gedanken anhängen, und manche andere sind inzwischen angesteckt.
| Hier bekommt der Teufel wieder die Aufmerksamkeit, wie er sie gerne hätte |
Wenn man die Bibel von vorn bis hinten durchliest und sich alle Verse herausschreibt, die irgendwie mit Okkultismus zu tun haben, merkt man, dass die Bibel das Okkulte immer wieder deutlich und klar erwähnt. Sie spricht von okkultem Handeln, von Abgötterei. Sie spricht von Wahrsagerei. Sie spricht von Magie. Sie spricht auch von okkultem Erleben, nicht nur von okkultem Handeln. Sie spricht von Besessenheit. Sie spricht davon, dass Menschen beeinflusst werden von anderen Mächten. Aber die Bibel macht auch klar, dass das Volk Gottes mit diesen Mächten und Machenschaften nichts zu tun haben soll. 5. Mose 18,10ff macht das ganz deutlich:
Das ist ein ganz klares Nein zu all diesen okkulten Praktiken, ob sie nun Abgötterei, Wahrsagerei oder Magie heißen.
Als der Befreier Jesus Christus kommt, machen die Dämonen geradezu mobil. Es ist erstaunlich, dass man kaum von Besessenheit im Alten Testament liest - in den Evangelien plötzlich überall. Immer wieder wollen die Dämonen sich bemerkbar machen. Aber was sagt Jesus bis auf eine Ausnahme? "Schweigt! Verstumme! Ausfahren! Weg!" Er ist mit diesen Mächten ganz kurz angebunden. Sie wollen sich in Szene setzen. Jesus lässt das nicht zu. Nur einmal kommt die Frage vor: "Wie heißt du?" - "Legion" - "Auf geht's, in die Schweine!" Mehr nicht. Auf die Dämonen, das Dunkle, das Okkulte genügt ein kurzer, scharfer Blick.
Wenn Menschen sich damals bekehrt haben, geschah das allerdings gründlich. Es ging nicht um so etwas Oberflächliches: "Willst du dich wohlfühlen? - Jesus gibt's dir!" Sondern es war klar, dass sich ein Mensch von dem Machtbereich der Finsternis bekehrt und unter die Herrschaft Jesu Christi kommt, so steht es in Kolosser 1,12-14: "Sagt dem Vater Dank, ... Er hat euch herausgerissen aus dem Machtbereich der Finsternis, und unter die Königsherrschaft des Sohnes seiner Liebe gebracht." So sieht Bekehrung von der geistlichen Realität der jenseitigen Welt her gesehen aus. Das ist ein Machtwechsel! Hier werden Menschen, die unter der Macht des Fürsten dieser Welt standen, unter die Macht Jesu gebracht! Und wenn da Sünden sind, ganz gleich welche, sollen sie bekannt werden.
| Okkulte Schuld soll bekannt werden wie andere Sünden auch – als etwas, das Gott Unehre macht |
Karl Barth, mit dem ich in mancher Hinsicht nicht einer Meinung bin, hat in seiner meterdicken Dogmatik auch ein paar Seiten über das Okkulte geschrieben. Er nennt es das "Nichtige". Er sagt:
Nur dieser kurze, scharfe Blick genügt! Ich glaube, er hat da etwas Richtiges gesehen. Die Dinge sind klar biblisch ins Blickfeld zu nehmen - und dann gilt: gründliche Umkehr zu Jesus! Oder, wenn etwas zu bekennen ist, soll es um Gottes Willen bekannt werden. Das ist doch etwas ganz Anderes, als erzählen lassen: "Der Satan hat das und das Anrecht, und wenn du nicht die letzte Körperöffnung versiegelt, und den Dämonen dort ausgetrieben hast, dann kann es mit deiner Heiligung nichts werden!". Die Akzentsetzung der Bibel ist anders. Mit all dem Okkultismus ist der Sünder vor die Gerichtsschranke seines Gottes gerufen! Schon die zehn Gebote machen klar: Der Sünder, auch der, der in Abgötterei lebt, der den Gestirnen dient, steht vor Gott. "Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!" Und wenn er in diesen Dingen gesündigt hat, dann hat er um Gottes Willen zu bekennen! Das ist auch der Akzent im Neuen Testament.
Und damit bin ich zum Schluss wieder am Anfang. Denken wir an den Epheserbrief, den Kolosserbrief … Im Schatten eines Gespenstertempels, der ein Weltwunder war, in der Stadt, die das okkulte Zentrum des Römischen Reiches ist, werden nicht die Dämonen groß gemacht. Sie werden scharf und kurz in einem Vers in den Blick genommen - die Mächte und Fürsten und Gewalten, egal wie sie sonst noch heißen mögen! Christus ist mächtiger als sie! Er hat sie besiegt! Nehmt übrigens auch die Waffenrüstung Gottes. Aber haltet euch an ihn, seid auf der Seite des Siegers! Was ans Licht kommt ist Licht! Lebt im Licht! Solche Aussagen finden sich dort. Die Mächte sind ein Gemächte, und Christus hat sie besiegt! Haltet euch an Christus, an das Haupt!
In diesem Sinne sollten wir leben.
| Nicht Angst haben vor Dämonen, nicht dauernd vom Teufel und seinen Mächten reden, aber klar auf Jesus vertrauen und so Gemeinde bauen |
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