Bibel und Gemeinde 2003/1 Buchbesprechungen

Fatales Gottesbild

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Großmann, Siegfried. Ich möchte hören, was du sagst. Beten als Gespräch mit Gott. Gießen: Brunnen 2002. 76 S. Tb. 4,90 EUR. ISBN: 3-7655-5496-0

Großmann, derzeitiger Präsident der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden, will in dem vorgelegten Taschenbuch zu einem vertrauensvollen Umgang mit Gott ermutigen, zu einem "Gespräch, in dem wir uns gegenseitig sagen können, was wir auf dem Herzen haben" (S.7). Obwohl das Büchlein sehr praxisorientiert ist, versucht der Verfasser doch zuerst die biblischen Grundlagen für ein "Gespräch mit Gott" zu legen. Im zweiten Teil beschreibt er, wie er sich das persönliche Gebet vorstellt und im dritten schließlich die Gebetsgemeinschaft.

Es kommt Großmann vor allem auf ein "kommunikatives Gebet" an: "Ich möchte Gott so begegnen, dass wir uns gegenseitig sagen können, was uns bewegt" (S. 7). Er will biblisch begründen und in der Praxis zeigen, wie Gott zu uns redet.

Leider sagt keine einzige der von ihm zitierten Schriftstellen das aus, was der Verfasser herausliest. Großmann behauptet den Gesprächscharakter des Gebets ohne ihn an einer einzigen Stelle zu begründen. Selbst die Berufung Samuels und Abrahams Bitte für Sodom lassen sich schwerlich auf unser Beten anwenden. Es bleiben Grossmann als Begründungen letztlich nur ein persönliches Bergerlebnis (S. 11) und eine Romanfigur von Guareschi, nämlich Don Camillo: "Eine besondere Art des Betens haben ich von ... Don Camillo gelernt." (S. 54).

Zu Großmanns Gunsten sei vermerkt, dass er immer wieder versucht, seine eigenen Gedanken von dem zu unterscheiden, was er als Gottes Reden zu vernehmen meint, dennoch ist sein Heft biblisch eine Katastrophe und praktisch eine Verführung der Gläubigen.

Karl-Heinz Vanheiden
D-Hammerbrücke


Dowley, Tim. Die Geschichte der Bibel. Stuttgart: Christliches Verlagshaus GmbH 2001. Edition Anker. 32 S. 8,90 EUR. ISBN: 3-7675-1779-5

Allgemeine Verunsicherung
Man ist sich nicht ganz sicher, für welche Altersgruppe das reich illustrierte vierfarbige Heft im A4-Format bestimmt ist. Doch das ist leider nicht die einzige Unsicherheit in dieser anschaulichen Erstinformation über die Bibel. Wer soll denn an die "Lagerfeuergeschichten" des Alten Testaments glauben, die als sie dann endlich aufgeschrieben waren, angeblich erst im dritten vorchristlichen Jahrhundert von den Juden als "heilig" angesehen wurden? Hier wird im Namen der Wissenschaft Desinformation betrieben. Soll dem Leser die Bibel denn nicht als Gottes Wort vermittelt werden? Zu dieser Bibelhaltung passt auch die Charakterisierung der Chronikbücher als "Hofberichterstattung" (S. 14). Bei den sonstigen Fakten zur Überlieferung und Verbreitung der Bibel konnte man nicht viel falsch machen, nur, dass man auf S. 21 die Namen der Evangelisten auf Russisch vergessen hat und ein Trennfehler die Seite 24 unten verunziert hat. Schade um das ansonsten ansprechende Heft.

Karl-Heinz Vanheiden
D-Hammerbrücke

Motyer, Stephen. Das Neue Testament. Eine Einführung. Stuttgart: Christliches Verlagshaus GmbH 2001. Edition Anker 32 S. 8,90 EUR. ISBN: 3-7675-1780-9

Fein dosierte Bibelkritik
Diese Einführung für Einsteiger verspricht die neuesten Erkenntnisse der Theologie zu vermitteln und gleichzeitig für das Lesen des Neuen Testaments zu begeistern. Im A4-Format und durchweg vierfarbigem Druck gestaltet, ist der erste Eindruck positiv. Beim näheren Hinschauen allerdings wird für den Leser nicht so recht klar, ob Jesus nun auferstanden ist oder nicht. Muss man das nur glauben oder ist es tatsächlich geschehen. Dazu passen solche Sätze wie: " ... dass es gut möglich ist, dass er seinen eigenen Tod und seine Auferstehung vorausgesagt hat." Nach welchen Kriterien beurteilt der Verfasser, Lehrer am London Bible College, die Texte des neuen Testaments? Auf S. 4 finden sich einige Ungereimtheiten über das Alter von Jesus. Wenn sein Tod auf den April des Jahres 33 festgelegt wird (was nicht so sicher ist, wie behauptet), und Jesus 33 Jahre alt wurde, dann kann er nicht im Jahr 5 v.Chr. geboren sein! Die synoptische Frage wird so geklärt, dass die Evangelisten voneinander abgeschrieben hätten. Es wird immer noch die Theorie vertreten, dass Melite gleich Malta sei (Karte auf S. 20), dass Jakobus den Paulus kritisieren würde (S. 29) und dass der Verfasser der Offenbarung gar nicht der Apostel Johannes gewesen sei (S. 30). Schade, dass die mancherlei guten Aussagen im Heft dadurch sehr abgewertet werden.

Karl-Heinz Vanheiden
D-Hammerbrücke

Pohl, Adolf. Anleitung zum Predigen. Ein Arbeitsheft für Predigthelfer. Jota Publikationen: Hammerbrücke 2002. 81 S. Pb. 5,95 EUR. ISBN: 3-935707-10-X

Lohnenswerte Hilfe
Alte Bücher werden nur dann neu aufgelegt, wenn sie wirklich gut sind. Dazu gehört auch diese "Anleitung zum Predigen". Die erste Auflage erschien schon im Jahr 1964. Aus guten Gründen entschied sich der jota-Verlag jetzt für eine Neuauflage.

Pohl wollte eine Hilfe für Laienprediger verfassen. Das Buch ist in drei große Sinneinheiten gegliedert: Exegese, Meditation und Konzeption. Anhand des logischen Gerüstes kann der Leser den Gang vom Text zur fertigen Predigt nachvollziehen.

Die Exegese versteht Adolf Pohl als intensives Studium des Bibeltextes. Dazu gehört für ihn das Finden des Textes, das Vertrautwerden mit dem Wortlaut, das Berücksichtigen von verschiedenen Übersetzungen, die Klärung von Zusammenhängen und Gedankengängen, Erforschen der einzelnen Begriffe ... Der Autor legt Wert auf eine folgerichtige Textgliederung und auf die Ermittlung des Höhepunktes (Skopus).

Der zweite große Komplex der Predigtvorbereitung umfasst nach Pohl das intensive Beschäftigen und Eindringen in den Bibeltext. "Meditation ist das Nachziehen und das Hineinziehen der ganzen Person. Nach einer ersten klärenden Verstandesberührung setzen wir jetzt die ganze Fülle unseres Seins dem Text aus." (S. 37)

In der Konzeption sollen nun die Gedanken aus Exegese und Meditation zu einem sinnvollen Ganzen zusammengefügt werden. Dabei gibt Pohl viele praktische Hinweise zum Planen, Schreiben und Halten der Predigt. Außerdem macht er im gesamten Buch auf mögliche Gefahren und Fehlerquellen aufmerksam.

Auf allen 80 Seiten begeistert Pohl durch seine natürliche und lebensnahe Sprache. Er schafft es, in komprimierter Form die Theorie des Predigens zu vermitteln. Es wäre für den Leser aber hilfreich, wenn anhand eines konkreten Bibeltextes die einzelnen Punkte der Predigtvorbereitung praktisch vorgeführt würden. Insgesamt ein lohnenswerte Hilfe - nicht nur für Predigtanfänger.

Peter Dörfler
D-Dresden

Vanheiden, Karl-Heinz. Neue evangelistische Übertragung (NEÜ). Die ältesten Briefe des Christentums. Hammerbrücke: Jota Publikationen 2001 5,50 EUR, Pb. 104 Seiten, ISBN 3-935707-11-8.

Neue Übertragung
Die ‚Neue evangelistische Übertragung' verfolgt das Anliegen, dem Nicht-Bibelleser einen Weg zu bahnen sich für den Inhalt der Bibel zu interessieren. Dazu wurde der Text neu übertragen und in eine flüssige, verständliche Sprache gebracht. Anhand der chronologischen Reihenfolge der Entstehung der ntl. Bücher (Jakobus, Galater, 1.+2. Thessalonicher, 1.+2. Korinther, Römer) wird der Leser in die Themen und Entwicklungen eingeführt, die in der Anfangszeit der christlichen Gemeinde aktuell waren und das Schreiben der ältesten Briefe des Christentums veranlassten.

Durch kurzgehaltene Einleitungen zu Beginn eines jeden Briefes werden die historischen Zusammenhänge angedeutet. Die neuformulierten Überschriften über jeden Abschnitt helfen den gedanklichen Faden durch den jeweiligen Brief mit zu bekommen. An wichtigen Stellen werden Parallelbezüge, Hintergrundinformationen und Hinweise auf die wörtliche Übersetzung gegeben.

Diese Übertragung eignet sich nicht nur zum Weitergeben an Einsteiger im Bibellesen, sondern animiert dazu, auch selbst wieder ganze neutestamentliche Briefe in einem Zug durchzulesen. Dabei lässt einen die gelungene Wortwahl und der sprachlich geschliffene Schreibstil an so mancher Stelle aufhorchen und neu hinhören.

Es lohnt sich diese ‚Neue evangelistische Übertragung' , die nicht als Grundlage exegetischer Studien, sondern zum flüssigen Lesen und Verstehen der Schrift gedacht ist, mit einzubeziehen in die Textlesung sowohl im Gottesdienst als auch im Haus- und Familienkreis und somit den Bibeltext neu zu Gehör zu bringen. Das Projekt sollte daher zügig auch auf die anderen ntl. Schriften ausgeweitet werden.

Es ist der NEÜ zu wünschen, dass durch sie tatsächlich viele Menschen für die Schrift und den Glauben an den, vom dem sie spricht gewonnen werden.

Friedemann Volke
D-Leipzig

Geldbach, Erich. Protestantischer Fundamentalismus in den USA und Deutschland. Münster: LIT 2001. 193 S. Paperback: 10,90 EUR. ISBN: 3-8258-5776-x.

Abrechnung mit den Bibeltreuen
Geldbach, der seine Doktorarbeit über Heilsgeschichte bei John Nelson Darby schrieb und ursprünglich aus einer Brüder-Gemeinde kommt, lehrt jetzt an der evangelisch-theologischen Fakultät der Uni Bochum als Professor für "Ökumenische Theologie". Er betrachtet sich offenbar als Baptist, ist Vorsitzender des "Vereins für Freikirchenforschung" und hat durch seine Vorträge und Aufsätze großen Einfluss im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Mit seinen Studien will er einen Beitrag zum Verständnis des protestantischen Fundamentalismus leisten (S. 10). Herausgekommen ist jedoch eine gehässige Abrechnung mit den bibeltreuen Evangelikalen im wissenschaftlichen Gewand.

In 20 Kapiteln, die zum Teil auf kleinere Aufsätze oder Vorträge zurückgehen, handelt der Verfasser den Fundamentalismus in Amerika und Deutschland ab. Zunächst zieht er gegen den Dispensationalismus zu Felde, einer heilsgeschichtlich orientierten Schriftauslegung. Er behauptet pauschalisierend: "Die Zuordnung biblischer Texte zu den Heilsbünden macht die Bibelauslegung zu einer extrem willkürlichen Angelegenheit" (S. 18). Die Folgerung, die er daraus zieht, ist schlicht falsch: "Es ist daher auch mehr als gewagt, wenn sich in Deutschland Fundamentalisten als ‚bibeltreu' bezeichnen (S. 18). Die wenigsten Bibeltreuen in Deutschland würden sich als Dispensationalisten in der Nachfolge Darbys bezeichnen. Es ist außerdem nicht fair, die Fehler eines extremen Dispensationalismus den Bibeltreuen anzuhängen. Doch der Verfasser behauptet kühn, dass alle Fundamentalisten die Bibel falsch lesen würden (S. 30). Die im Kapitel 2.8.3 behandelte Princeton-Theologie hat übrigens überhaupt nichts mit dem Dispensationalismus zu tun.

Weiterhin beschreibt Geldbach wie die Fundamentalisten in gewissen Denominationen und Bibelschulen an die Macht gekommen seien und Einfluss gewonnen hätten, wie sie sich manchmal mit extremen Rechten verbünden würden, und überhaupt amerikanische Patrioten und Israelfreunde seien. Gewiss ist es bei bibeltreuen Autoren in Amerika und Deutschland auch zu Auswüchsen und Spekulationen über die Endzeit gekommen. Das kann man aber den meisten Fundamentalisten nicht anlasten. Aber natürlich ist es leichter, sich mit Populisten wie Jerry Falwell und Hal Lindsey auseinander zu setzen, wissenschaftlich redlich ist es nicht.

Wenn Geldbach auf S. 43 behauptet, dass die Priceton-Theologie "die Bibel durch vorgeschaltete dogmatische Aussagen aus dem geschichtlichen Verstehenshorizont herausheben wollte", dann muss man annehmen, dass er nie in eine Auslegung von Hodge oder Warfield hineingeschaut hat, die sich gründlich mit den geschichtlichen Zusammenhängen biblischer Aussagen befassen.

Dass die südlichen Baptisten in ihrer Rechenschaft vom Glauben festgeschrieben haben, dass "das Amt des Pastors auf Männer begrenzt ist, wie durch die Schrift ausgewiesen", wird von Geldbach als ein Verlassen der baptistischen Grundsätze interpretiert. Er vergisst, dass dies eigentlich immer Grundsatz in Baptistengemeinden war und erst im Lauf des vergangenen Jahrhunderts von immer mehr Baptistenbünden, auch vom deutschen, abgeschafft wurde.

Geldbach unterstellt den Fundamentalisten generell unlautere Motive
Geldbach unterstellt den Fundamentalisten generell unlautere Motive, denn es ginge ihnen um die Machtfrage (S. 141), sie wollten sich über den Erziehungs- und Bildungssektor Eingang verschaffen und wenn sie sich militant genug in Schulausschüssen gebärdeten, wird wohl "auch der Kreationismus in die Klassenzimmer einiger freier Bekenntnisschulen Einzug halten" (S. 134f).

Der Kreationismus oder die Schöpfungsforschung ist überhaupt eines der Schreckgespenster für Geldbach und er polemisiert: "Insbesondere in den Büchern von Werner Gitt findet sich indes wenig ‚naturwissenschaftliches Faktenwissen', dafür aber umso mehr theologisch-fundamentalistische Aussagen" (S.143). Wie es indes um sein eigenes naturwissenschaftliches Faktenwissen steht, wird auf S. 148 deutlich wo er schreibt: "Selbst die Studiengemeinschaft 'Wort und Wissen', zu denen Gitt gehört und die zu den Hauptträgern des Fundamentalismus in Deutschland zählt, räumt in einem Papier ein, dass es eine Mikroevolution gegeben haben muss." Offensichtlich hat er nicht den fundamentalen Unterschied zwischen Mikroevolution und Makroevolution begriffen.

Der Verfasser wundert sich darüber, wie eigenartig es sei, "dass gerade in den Naturwissenschaften ... fundamentalistische Akademiker hochgradig spekulative theologische Positionen hervorbringen" (S. 152) und konstatiert: "Das Zusammenfließen von naturwissenschaftlichem Denken und ‚frommer' Exegese unter der Voraussetzung einer Irrtumslosigkeit der heiligen Schrift bringt Ergebnisse hervor, die bestenfalls als Vermutungen, eigentlich als schlimme Zerrbilder einzustufen sind." (S. 153) Eine Antwort darauf wäre, dass Naturwissenschaftler im Gegensatz zu gewissen Theologen eben gelernt haben, geradeaus zu denken und es gewohnt sind, von Fakten auszugehen.

Wie perfide Geldbach argumentiert, kommt besonders in seinem Schlusskapitel zum Ausdruck: "Fundamentalisten sind in den wenigsten Fälle bereit zum Zuhören, dafür umso mehr geneigt, zu reden, weil dies ihrem Auftrag entgegenkommt und weil sie auf diesem Weg ihre tief sitzenden Ängste nicht an die Oberfläche gelangen lassen" (S. 171). Aber auch schon im Vorwort dokumentiert er seine Voreingenommenheit: "Der Fundamantalismus ... stachelt zu Fanatismus auf, nimmt Menschen gänzlich gefangen, ideologisiert die Religionen und trägt somit nicht zu einem friedlichen Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft bei" (S. 9).

Auch Geldbachs Buch dürfte eher ein Feindbild erzeugen, als Verständnis für Christen erwecken, die ihr Glaubenshaus nicht in die Wolken theologisch-bibelkritischer Spekulationen setzen wollen, sondern auf den festen Grund der Heiligen Schrift.

Übrigens führte eine Nachlässigkeit bei der Satzherstellung auf S. 28-29 und 32-33 zu einer Verdoppelung von Satzbruchstücken

Karl-Heinz Vanheiden
D-Hammerbrücke

Junker, Reinhard. Leben - woher? Das Spannungsfeld Schöpfung/Evolution. Christliche Verlagsanstalt: Dillenburg 2002. Herausgegeben von der Studiengemeinschaft Wort und Wissen. 226 S. Gebunden: 12,90 EUR. ISBN: 3-89436-342-8

Das Beste seiner Klasse
In 13 Kapiteln behandelt Reinhard Junker, von weiteren fünf wissenschaftlichen Mitarbeitern der Studiengemeinschaft unterstützt, die Fragen nach der Herkunft des Lebens. Pädagogisch sehr gut gemacht, fragt der Verfasser am Anfang, woher wir überhaupt wissen, was früher war und wie Wissenschaftler arbeiten. Dann erklärt er, was der biblische Ausdruck "jedes nach seiner Art" bedeutet und behandelt die Frage, wie viel Evolution überhaupt beobachtet wurde. Eine weitere Frage ist, ob Adam den Neandertaler kannte. Es geht um die Sintflut und den Urknall bis zur Problematik der sogenannten theistischen Evolution. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse z.B. über Menschenfossilien (Kap. 9) oder das biogenetische Grundgesetz (S. 83) sind verarbeitet.

Jedes Kapitel ist sorgfältig gegliedert und enthält am Schluss einen wichtigen Teil, in dem typische Fragen zu dem jeweiligen Thema beantwortet werden. Hinweise auf weiterführende Literatur und auf Medien (z.B. Diaserien, Filme, Stundenentwürfe) ergänzen die Darstellung.

Was dieses populärwissenschaftliche Buch besonders wertvoll macht, ist die faire Auseinandersetzung mit der Evolutionstheorie. Schwierigkeiten der Schöpfungsforschung werden nicht verschwiegen, z.B. bei der Altersbestimmung. Es wird sauber erklärt, warum manche wissenschaftliche Befunde auch anders gedeutet werden können, als wir es von der Bibel her gern sähen.

Dazu kommt die hervorragende grafische Gestaltung, die dem bewährten Johannes Weiß zu verdanken ist. Das macht den leicht verständlichen Text (Fachbegriffe sind auf ein Minimum reduziert und werden in Kästen direkt beim Text erläutert) noch klarer. Schülern ab 14 Jahre, Eltern und Mitarbeitern in der Jugend sei dieses wichtige und umfassende Buch unbedingt empfohlen.

Karl-Heinz Vanheiden
D-Hammerbrücke

Batten, Don; Ham, Ken; Sarfati, Jonathan; Wieland, Carl. Fragen an den Anfang. Die Logik der Schöpfung. Bielefeld: CLV 2002. 284 S. Pb. 7,50 EUR. ISBN: 3-89397-279-x

Kein Nachdruck empfohlen
Die vier Autoren aus dem englischen Sprachraum gehören zu einer Organisation für Schöpfungsforschung, die sich "Answers in Genesis" nennt. Ihren Schwerpunkt sehen sie weniger in der wissenschaftlichen Arbeit, als in der Vortragstätigkeit und der Information von Christen über Schöpfungsfragen (S. 280f). Zu ihnen gesellt sich in der deutschen Ausgabe Werner Gitt, von dem das Vorwort und ein Anhang stammt.

Die Autoren gehen auf Fragen ein, die ihnen bei ihrer Vortragstätigkeit immer wieder gestellt werden und beantworten sie in 19 Kapiteln. Dem folgt ein kurzes evangelistisches Kapitel, in dem auch erklärt wird, wie man die Botschaft von Schöpfung und Errettung verbreiten kann. Die Zielgruppe sind also Menschen, die solche Art von Vorträgen besuchen.

Das Buch wird deshalb von Menschen, die sowieso schon an die Bibel glauben und in diesem Zusammenhang einige Fragen haben, sicher als hilfreich empfunden werden. Das ist laut Rückentext auch beabsichtigt: Diese Fragen sollten nicht "zu Stolpersteinen im Glauben werden", und: "Das Buch ist somit grundlegend für Christen aller Altersgruppen." Für nichtchristliche Leser wird es sicher eine Schwierigkeit darstellen, dass biblische und naturwissenschaftliche Argumentationen oft miteinander vermischt sind.

Für einen fachlich vorgebildeten Leser aber wird das Werk wahrscheinlich abschreckend wirken, denn die Verfasser argumentieren oft tendenziös, sie wählen ihre Argumente einseitig aus und verschweigen andere. Damit handeln sie aber genauso wie viele ihrer Gegner, die für Evolution argumentieren. Mir fiel beim Lesen auf, dass nirgends Schwächen des wissenschaftlichen Schöpfungsmodells genannt werden[1] , was wissenschaftliche und christliche Redlichkeit aber fordern würde. So entsteht bei vielen Christen der falsche Eindruck: "Die Evolution ist doch längst widerlegt, die wissen es bloß noch nicht." Werner Gitt geht zwar in seinem Nachwort in dankenswerter Weise auf die Problematik wissenschaftlicher Modelle ein, aber im Buch selbst kommt das kaum zum Ausdruck.

Im englischen Sprachbereich hat die Arbeit bisher 27 Auflagen erlebt, was einen Verlag natürlich reizt, es auch mit einer deutschen Übersetzung zu versuchen. Dennoch ist ihm zu raten, das Werk vor einer zweiten Auflage gründlich von bibelgläubigen Fachwissenschaftlern korrigieren zu lassen oder auf eine weitere Auflage zu verzichten.

Karl-Heinz Vanheiden
D-Hammerbrücke

Stephan, Manfred. Der Mensch und die geologische Zeittafel. Warum kommen Menschenfossilien nur in den obersten geologischen Schichten vor? Holzgerlingen: Hänssler 2002. 230 S. Pb. 9,95 EUR. ISBN: 3-7751-3826-9

Menschliche Fossilien
Manfred Stephan, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Studiengemeinschaft "Wort+Wissen" legt in diesem Buch eine Einzelstudie vor, die sich durch wohltuende Sachlichkeit auszeichnet. Er verzichtet bewusst auf ein Globalmodell und beschränkt sich auf die häufig gestellte Frage nach den fehlenden Menschenfossilien in tiefer liegenden geologischen Schichten.

Der Verfasser gibt zunächst einen Überblick über seine Arbeit und erklärt dann die Entstehung der geologischen Zeittafel, die Entdeckung der geordneten Fossilabfolge und das Zustandekommen der Jahrmillionen-Vorstellung. Dabei billigt er den Millionen Jahren der Schulgeologie keine absoluten, sondern nur relative Alterswerte zu. Sie zeigen also nur an, ob ein Ablagerungsgestein im Verhältnis zu einem anderen älter oder jünger ist. Meist stimmt das auch mit der Schichtenfolge überein.

Sein Grundansatz ist die Beobachtung, dass viele der heute lebenden Arten nicht kontinuierlich in den Ablagerungsschichten überliefert sind. Bestimmte Organismen hielt man schon für ausgestorben, weil sie in späteren Sedimentfolgen verschwunden waren. Überraschenderweise tauchen sie in jüngeren Schichten plötzlich wieder auf. Sie müssen also die Katastrophen, die zur Fossilbildung führten, in geschützten Biotopen überlebt haben und erst später in ihre alten Lebensräume zurückgekehrt sein. "Längst nicht alle zu einer bestimmten Zeit existierende Biotope werden auch fossil überliefert." (S. 61.) Der Verfasser kann außerdem zeigen, dass Landtiere in den Sedimenten des Meeres prinzipiell äußerst selten sein müssen und macht klar, dass generell nur ein kleiner Teil der damaligen Lebewesen fossil überliefert wurde. "Man kann deshalb von einer systematischen Unvollständigkeit der Fossilüberlieferung sprechen" (S. 122). Nach 200 Jahren aktiver Sammeltätigkeit hat sich daran nichts geändert. Es ist bemerkenswert, dass diese Beobachtungen auch von evolutionstheoretischen Schriften bestätigt werden.

Schließlich wendet Manfred Stephan die Erkenntnisse auf das Grundtypenmodell der Schöpfungslehre an und kann plausibel erklären, dass sich die von Gott geschaffenen Grundtypen zunächst in viele Arten aufspalteten und sehr stark vermehrten, sich geographischer immer weiter ausbreiteten und schließlich neue Lebensräume besiedelten.

Zum Schluss macht der Verfasser die gefundenen Argumente für den Menschen geltend und zeigt, dass menschliche Fossilien aus ökologischen Gründen erst so spät auftreten mussten, obwohl es den Menschen schon viel früher gegeben hat. Die Menschen müssen in Lebensräumen überlebt haben, die fossil nicht überliefert wurden. Dafür sprechen auch die gefundenen Steinwerkzeuge und "erstaunlich menschenähnlich aussehende" Fußspuren aus der Zeit der Entstehung der Steinkohle(!), Fakten, die in der aktuellen Diskussion gern "vergessen" werden.

Ein Anhang, der weiteres Auftreten von Fossilien in "falschen" Schichtenfolgen und die bekanntesten Fossillagerstätten Europas auflistet, ergänzt das Buch. Für die gründliche Arbeit des Verfassers sprechen auch die 18 Seiten Literaturangaben.

Leider ist beim Satz offenbar vergessen worden, das Inhaltsverzeichnis noch einmal zu aktualisieren, so dass die Seitenangaben ab S. 92 falsch sind, was aber den Wert dieses wichtigen Buches nicht mindert. Jeder, der sich mit den Fragen von Schöpfung und Evolution befasst, sollte es unbedingt gelesen haben.

Karl-Heinz Vanheiden
D-Hammerbrücke

Mauerhofer, Armin. Pädagogik nach biblischen Grundsätzen. Band 1+2. Holzgerlingen: Hänssler 2001. 543 und 410 S. Paperback: 18,95 und 5,95 EUR. ISBN: 3-7751-3645-2. und 3-7751-3823-4.

Nützliches Kompendium
Armin Mauerhofer, Dozent für Pädagogik und Katechetik an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule in Basel, hegt die Hoffnung, dass die evangelikale Bewegung unserer Tage ähnlich entscheidende Akzente auf dem Gebiet der Pädagogik setzen kann wie seinerzeit die Reformation, der Pietismus und die Erweckungsbewegung. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, hat er das vorliegende Kompendium verfasst.

Nach einem Einleitungskapitel, in dem der Autor einen sehr kurzen Abriss der Geschichte der allgemeinen Pädagogik sowie der Religionspädagogik gibt, und die Inspiration der Heiligen Schrift als Grundlage seines Ansatzes ausführlich erläutert, nennt er die Ziele, die eine Pädagogik nach biblischen Prinzipien seiner Meinung nach anstreben muss: 1. "Die Hinführung des Kindes zu seinem Retter Jesus Christus." 2. "Die Förderung des Umgestaltungs-Prozesses ins Bild Jesu." 3. "Das Kind in die Gemeinde zu führen."

Da die Bibel keine explizite Pädagogik lehrt, kann es nur eine "Pädagogik nach biblischen Grundsätzen" geben. Grundlage für die Lernfähigkeit und Bildsamkeit des Menschen ist seine Gottesebenbildlichkeit. Zum ersten (und allen anderen übergeordneten) pädagogischen Ziel führt der Autor Mk 10,13-16 als biblische Begründung an. Weitere biblische Belege werden nicht erwähnt. Obwohl die Bekehrung eines Menschen letztendlich Gottes Werk ist, besteht die Verantwortung der Erziehenden darin, dem Kind ein Leben mit Jesus vorzuleben und es mit den Aussagen der Bibel vertraut zu machen.

Hat ein Kind Jesus Christus als persönlichen Retter angenommen, gewinnt das zweite Erziehungsziel an Bedeutung, der Umgestaltungsprozess in das Bild Jesu.

Gott ein schöpferischer Gott ist, stellt die Förderung der Kreativität ein wichtiges Erziehungsziel dar
Aus der Gottesebenbildlichkeit des Kindes ergeben sich auch die pädagogischen Ziele: Weil der Heranwachsende mit anderen Menschen zusammenlebt, zählt dazu das Erlangen von Gemeinschaftsfähigkeit; weil der Mensch von Gott als Verwalter auf dieser Erde eingesetzt ist, die Ausbildung von Verantwortlichkeit und Denkvermögen. Da Gott ein schöpferischer Gott ist, stellt die Förderung der Kreativität ein weiteres Ziel dar. Da der Leib des Christen der Tempel des Heiligen Geistes ist, kommt es darauf an, dass das Kind seine Personhaftigkeit und Körperlichkeit entfalten kann. Abschließend wird die Förderung der Integriertheit genannt. Darunter versteht der Autor das Erreichen einer inneren Harmonie zwischen Geist, Leib und Seele, bei der der Lebensstil des Kindes von dem Bemühen geprägt ist, Gottes Willen zu erfüllen, ohne in einer perfektionistischen Weise ständig mehr leisten zu wollen als es kann.

Das dritte Hauptziel, die Hinführung des Kindes zur Gemeinde, ergibt sich aus den Aussagen des Neuen Testaments. Die Gemeinde ist für den Heranwachsenden ein Ort des Lernens. Dies geschieht nicht nur durch Belehrung sondern in hohem Maße auch durch das was ein Kind dort sieht und erlebt.

"Was passiert, wenn wir diese Ziele in der Erziehung nicht erreichen?" fragt der Autor schließlich und räumt ein, dass es immer auch auf den Willen des Kindes ankommt, aktiv an seiner Erziehung mitzuwirken. Tatsächlich stellt sich diese Frage mehrfach bei der Lektüre. Doch auch wenn Mauersberger einräumt, dass mit dieser Möglichkeit gerechnet werden muss, und versucht, die betroffenen Eltern bzw. Erzieher zu beruhigen, erweckt er doch immer wieder den Anschein: Wenn sich ein Kind nicht Jesus Christus als seinem Herrn unterstellt, sind alle anderen pädagogischen Bemühungen eigentlich sinnlos.

Es folgen Ausführungen zu Liebe und Gehorsam als pädagogischen Prinzipien, von denen Erziehung geprägt sein sollte und im Anschluss daran zu den biblischen Erziehungsmitteln: Belehrung, Ermutigung, Vorbild, Zurechtweisung und Strafe, deren praktische Umsetzung für die Erziehung von Kindern in verschiedenen Altersstufen entfaltet werden.

Erstaunlich ist, dass der Autor hier plötzlich Erkenntnisse der vorher so gescholtenen Erziehungswissenschaft und Religionspädagogik aufnimmt und entsprechende Autoren als Stütze seiner Ausführungen zitiert.

Den Abschluss des ersten Bandes bilden gemeindepädagogische Überlegungen des Autors. Seiner Meinung nach erstreckt sich die pädagogische Verantwortung der Gemeinde von der Unterstützung der Eltern bei der familiären Erziehung über die Kinder-, Jungschar und Jugendarbeit bis hin zur Gründung von christlichen Schulen, Lehrerseminaren und Universitäten sowie dem Engagement in der Erwachsenenbildung.

Dieses Kapitel gerät zu einem Sammelsurium an Tipps und Zitaten aus Erziehungsratgebern bzw. Handbüchern zur Kinder- und Jugendarbeit. Die unzähligen Fußnoten verraten, dass Mauersberger hier zumeist auf bereits gedruckte Gedanken zurückgreift. Dabei verliert sich der Autor mitunter in einzelnen Details, wie der konkreten Gestaltung einer Jugendstunde. Die einzelnen Abschnitte stehen - wie in anderen Kapitel auch - oft etwas unverbunden nebeneinander.

Bedarf an Lehre und lernen in der Gemeinde
Besonders interessant ist der letzte Abschnitt des ersten Bandes über Schulungsarbeit in der Gemeinde. Hier wirft der Autor die Frage auf, ob in unserem - zumeist von Gottesdienst und Bibelstunde geprägten - traditionellen Gemeindeprogramm nicht mehr Bedarf an Lehre und Lernen besteht und stellt ein Modell vor, bei dem der Lernbedarf aller Gemeindeglieder gedeckt wird, indem auf verschiedenen Ebenen die Verantwortung andere zu lehren wahrgenommen wird.

Im zweiten Band seiner Pädagogik beschäftigt sich Mauerhofer mit der Entwicklungs-Psychologie des Heranwachsenden. Auch hier skizziert er zunächst die säkularen Ansätze, denen er die "biblische Vorstellung von Entwicklung" gegenüberstellt. Der Mensch als Geschöpf Gottes ist weder durch seine inneren Anlagen noch durch seine Umwelt determiniert, doch durchläuft er biologisch bedingte Entwicklungsphasen, in denen sich seine inneren Anlagen entfalten. Den von der Psychologie verfolgten Zielen der Identitätsbildung und des Lösens von Entwicklungsaufgaben hält der Autor entgegen, dass nur Gott dem Menschen sagen kann, wer er ist und welches Ziel er mit ihm hat. Diese Ziele sind die schon im ersten Band ausgeführten: Eine persönliche Beziehung zu Gott und das Heranwachsen zu einer selbständigen Persönlichkeit durch die Gemeinschaft mit Gott, die Umgestaltung in sein Bild.

Die Phasenmodelle zur religiösen Entwicklung des Kindes lehnt Mauersberger in diesem Zusammenhang ab. Zwar gibt es im Leben eines Christen einen Wachstumsprozess, dieser ist aber nicht von der psychologischen Entwicklung abhängig. Im Gegenteil, der Autor betont mit Mt 18,3.4 mehrfach, dass gerade den Unmündigen das Reich Gottes zugesprochen wird.

Der Hauptteil des zweiten Bandes ist mit dem Ansatz einer bibelorientierten Didaktik und Katechetik der Organisation des eigentlichen Lehr- und Lernprozesses gewidmet. Der Autor will auch hier die Aussagen der Bibel als Grundlage festhalten, daneben jedoch human-wissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehen.

Im Mittelpunkt der bibelorientierten Didaktik stehen Gott und sein Wort. Das beginnt bei der Bestimmung des Fächerkanons, der nach Meinung des Autors von der Bibel ausgehend legitimiert werden muss. Bei dieser Auswahl kommt Mauerhofer letztlich wieder zu den gleichen Fächern, die im allgemeinen an Schulen unterrichtet werden, aber er findet für jedes eine biblische Begründung. Ebenso verfährt er mit den Erziehungs- und Lernzielen, den Methoden und Sozialformen. Auch hier finden sich kaum nennenswerte Differenzen zu den Ausführungen in gängigen Didaktikhandbüchern, mit Ausnahme der obersten Zielstellungen des Autors, die Schüler in eine Beziehung zu Jesus Christus zu führen und in die Gemeinde zu integrieren. Allerdings geht er in kurzen Exkursen kritisch auf moderne Lernförderungsverfahren, wie das Neurolinguistische Programmieren oder die Suggestopädie ein.

Ebenfalls in diesem Kapitel streift der Autor kurz die Schulpädagogik. Im Gegensatz zu den aktuell diskutierten Schulkonzepten müsste nach einem bibelorientierten Ansatz der Staat die Familie und ihre Erziehungsverantwortung stärken anstatt der Schule und den Lehrern zunehmend familienersetzende Erziehung zuzuweisen.

Den Abschluss des zweiten Bandes bildet ein ausführliches Kapitel über Katechetik. Darunter versteht der Autor die Weitergabe des Wortes Gottes an Heranwachsende, sowohl in der Gemeinde (Sonntagsschule, biblischer Unterricht) als auch außerhalb (christliche Kindergärten, Religionsunterricht). Hier erläutert der Autor noch einmal ausführlich die Planung und Durchführung von Unterricht, der in erster Linie biblische Themen zum Inhalt hat, und gibt Hinweise zur Abfassung einer Katechese. Besonderen Wert legt der Autor auf die Persönlichkeit des Lehrers bzw. der Lehrerin. Er betont immer wieder die Vorbildfunktion des Erwachsenen, angefangen bei der Fachkompetenz über die Übereinstimmung von Leben und Lehren bis hin zum Gebet für die Schüler, die er unterrichtet.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Kompendium stellt über weite Strecken eine Zusammenstellung nützlicher Erkenntnisse aus der erziehungswissenschaftlichen Forschung dar, denen Ziele vorangestellt werden, die der Autor der neutestamentlichen Verkündigung entnimmt. Dabei bleibt die Abgrenzung zwischen Theologie und Pädagogik unklar.

Begrüßenswerte Forderungen aber wenig Anleitung zur praktischen Verwirklichung
Der Schreibstil des Autor ist gewöhnungsbedürftig und einerseits von vereinnahmenden Wir-Formulierungen gekennzeichnet, andererseits von anspruchsvollen Imperativen. Dadurch entsteht beim Lesen der Eindruck, dass der Autor zwar viele begrüßenswerte Forderungen an erzieherisches Handeln stellt aber wenig Anleitung zur praktischen Verwirklichung im pädagogischen Alltag gibt.

Die zahlreichen Fußnoten mögen den Leser etwas verwirren, jedoch zeugen sie von der in jeder Hinsicht umfassenden Belesenheit des Autors und bieten die Möglichkeit, zusammen mit dem sehr ausführlichen Literaturverzeichnis einzelne Themen selbständig weiter zu vertiefen.

Unerfreulich ist die oft verkürzte und einseitige Darstellung sowie die undifferenzierte und z.T. polemische Kritik säkularer Pädagogikentwürfe. Der Autor verspielt damit die Chance, im erziehungswissenschaftlichen Diskurs unserer Tage ernst genommen zu werden.

Andreas Schmidt
D-Leipzig


Fußnoten

[1] Gemeint ist keine Schwäche des biblischen Schöpfungsberichts, sondern Schwachstellen des daraus abgeleiteten wissenschaftlichen Modells.

 

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