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2001-4 |
Buchbesprechungen |

Chuck Lowe lehrt am Singapore Bible College und bildet dort Missionare und Pastoren aus. Dass er den Auftrag bekam die vorliegende Studie zu verfassen, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Ideen der sogenannten Geistlichen Kampfführung (oder genauer Strategisch-geistliche Kampfführung) auch die Missionsfelder erreicht haben. Und müssen wir nicht ernsthaft prüfen, wenn uns gesagt wird, dass wir einen wichtigen Aspekt der Evangelisation vergessen haben? Und wenn uns weiterhin versprochen wird, dass wenn wir diese Methode endlich wiederentdecken, es zu einem Durchbruch in der Mission kommen werde und viele Menschen zu Jesus finden, die bisher durch den Gott dieser Welt verblendet waren? Angeblich hat diese Methode "die Berliner Mauer zu Fall gebracht, Albanien für das Evangelium geöffnet, Noriega gestürzt, die Kriminalitätsrate während der Olympischen Spiel in Los Angeles gesenkt, die Wirtschaft Argentiniens belebt und die Macht der Dämonen in Japan gebrochen" (24).
Chuck Lowe prüft also und er macht das in so hervorragender und vorbildlicher Weise, wie man es sich für noch viel mehr Fragen wünschen würde, die uns in den Gemeinden bewegen. Hier werden nicht vorgefasste Meinungen mit herbei gesuchten Argumenten gestützt, sondern wirklich zugehört und echt geprüft. Lowe legt geduldig und respektvoll, aber doch unerbittlich, eine Argumentation offen, die keiner Überprüfung standhält, sondern voller Willkürlichkeit und Widersprüchlichkeit steckt und sich doch den Anschein der Bibeltreue gibt.
Aber der Reihe nach, denn es lohnt sich, dem Weg der Argumentation Lowes zu folgen. Zuerst zeigt er, dass es für die Gemeinde Jesu immer geboten ist, sich mit neuen Lehren auseinanderzusetzen. Niemand hat das Recht kritischen Fragen prinzipiell Lieblosigkeit zu unterstellen oder nachdem neue Lehren veröffentlicht wurden, zu fordern man solle sich ausschließlich persönlich mit den falschen Lehrern auseinander setzen. "Unglücklicherweise ist sogar für uns der einzige Maßstab für Wahrheit die öffentliche Meinung geworden. Wir sind demokratisiert und kommerzialisiert. Im Geist des freien Wettbewerbs kann jeder jede beliebige Ansicht verbreiten, ganz gleich wie absurd oder falsch sie ist, vorausgesetzt er findet einen Verlag, der gewillt ist, die Chance am Markt zu ergreifen. Aber wenn die Literatur, die für eine falsche Lehre wirbt, erst einmal verbreitet ist, ist es zu spät, eine private Diskussion zu fordern" (14).
Um ein bloßes Wortgefecht zu verhindern, geht Lowe dann genau der Frage nach, was die verwendeten Begriffe bedeuten sollen. Es geht ja nicht darum zu bestreiten, dass Christen in einem geistlichen Kampf stehen, den das Neue Testament mit drastischen Worten be nennt, sondern eine besondere Lehre zu untersuchen. Welche Sprachregelungen haben diejenigen getroffen, die eine besondere geistliche Kampfführung befürworten und lehren, besonders C. Peter Wagner in zahlreichen Veröffentlichungen, die zum Teil auch in Deutschland erschienen sind? Was genau ist gemeint mit "Territorialen Geistern" und "Gebetskampfführung"? Schon hier stellt Lowe eine gewisse Verschwommenheit fest, die sich dann im Umgang mit Bibelstellen, Belegen aus dem Animismus und Spiritismus und aus der Geschichte fortsetzt. Wagner behauptet es gäbe über die Dämonen hinaus, die bei Besessenheit oder Zauberei in Erscheinung treten, noch andere, die strategisch wirkten und auch auf dieser Ebene bekämpft werden müssten. Diese Dämonen hätten ein bestimmtes Herrschaftsgebiet. Würden sie durch eine besondere Art des Gebetes aus diesem Gebiet vertrieben, dann wäre der Weg frei für Evangelisation und Bekehrung. Nur lässt sich nicht genau feststellen, was mit "territorial" gemeint ist. Haben die Geister nun geographische Herrschaftsgebiete oder geopolitische (Ländergrenzen) oder aber topographische (z.B. Berge, Hügel) oder ökologische (Bäume, Steine) oder sind sie an bestimmte Objekte gebunden (Häuser, Tempel) oder geht das alles durcheinander?
| Gebetskampfführung soll Geister aufspüren, ihre Namen feststellen und sie namentlich mit bestimmten Formeln austreiben |
Welche Belege gibt es nun in der Bibel für ein solches Verhalten? Oder ist es gerechtfertigt, obwohl es keinen Hinweis dafür in der Bibel gibt? Lowe untersucht nacheinander sowohl die Lehre von den territorialen Geistern als auch die der Gebetskampfführung. Er geht jedem Hinweis dafür im Alten und Neuen Testament nach. Sein Ergebnis: "Die Bibel zeigt uns Dämonen nicht als geographisch bestimmte Wesen. Gelegentlich erscheinen Schutzgeister (z.B. Dan 10), jedoch nur um deutlich zu machen, dass die Gegnerschaft gegen Gottes Volk von Satan motiviert ist. Darüber hinaus bietet die Bibel kaum zusätzliche Information über eine Hierarchie der Dämonen" (29). "Dieses Prinzip kann leicht auf die gegenwärtige Lage übertragen werden. Es geht nicht darum, dass jeder Kirche, Religion oder Nation dem Einfluss eines besonderen Dämons zugeordnet ist. Vielmehr, insofern Organisationen oder Einzelpersonen die Gläubigen oder das Werk Gottes bekämpfen, sind sie dienende Werkzeuge des Satans. Das bestätigt die Bibel deutlich. Alles darüber hinaus ist Spekulation" (43).
Bei seiner Untersuchung wie Christen, Satan und seinen Dämonen widerstehen sollen, weist Lowe nicht nur die haarsträubenden Auslegungen zu Versen aus der Apostelgeschichte, Jeremia, Hesekiel oder Daniel ab, sondern gibt seinerseits eine tiefgegründete Darlegung der betreffenden Stellen. Lowe nimmt ohne Wenn und Aber die Macht der Dämonen wahr, aber zeigt anhand der Heiligen Schrift, wie wir mit den Angriffen der Finsternismächte umgehen sollen. Ja, es gibt einen "Kampf der Welten", aber dieser Kampf wird nicht von uns mit den Methoden der Strategisch-Geistlichen Kampfführung (StGK) bestanden, sondern ist zuerst von Christus selber geführt worden. Unser Kampf besteht nun im Wesentlichen darin, auf Christus zu vertrauen.
| Unser Kampf besteht aber im Wesentlichen darin, auf Christus zu vertrauen |
Im nächsten Schritt nimmt Lowe die apokryphe Literatur der sogenannten intertestamentarischen Periode, der Zeit zwischen dem Abschluss Alten Testaments und dem Abschluss des Neuen Testaments, unter die Lupe. In dieser Zeit wurden Lehren verbreitet, die eine nicht geringe Ähnlichkeit zur StGK haben. Das 1.
Auch in den Schriften des frühen Mittelalters und wieder im ausgehenden Mittelalter wird Lowe fündig. Immerhin es berufen sich auch Vertreter der Geistlichen Kampfführung auf Beispiele aus der Kirchengeschichte. Nur die Ähnlichkeiten zur heute praktizierten StGK sind entweder beliebig konstruiert oder aber sie entstammen sehr zweifelhaften Quellen. Ja, auch Augustin macht sich Gedanken über die Hierarchie der Geister, aber er kommt zu dem Schluss:
"Lassdie, die dazu in der Lage sind, diese Frage beantworten. Aber nur wenn sie auch beweisen können, dass ihre Antworten wahr sind. Ich aber will mein Nichtwissen bekennen" (90).
| Auch die Reformatoren haben die Macht des Satans und seiner Dämonen ernst genommen, jedoch darauf bestanden, dass die Heilige Schrift uns genug darüber lehrt |
Auch die Reformatoren haben die Macht des Satans und seiner Dämonen ernst genommen, jedoch darauf bestanden, dass die Heilige Schrift uns genug darüber lehrt. Insbesondere Luther und Calvin waren sich in ihrer Ablehnung der Schrift desPseudo-Dionysos einig, die eine gemäßigte Form der aktuellen Strategisch-Geistlichen Kampfführung vertritt. "Die Opposition der Reformatoren zu diesen Lehren entsprang nicht einer Ignoranz gegenüber den Dämonen, sondern ihrem Vertrauen in die Bibel" (100).
"Seit zwanzig Jahren oder mehr drehen sich evangelikale Kirchen und Missionen in wilder Fahrt auf einem Karussell, auf dem sie sich nach dem Stein der Weisen ausstrecken, der ihnen schnellen und aufsehenerregenden Erfolg in ihrem Dienst bringen soll. Aber mit jeder Revolution dreht sich das Karussell schneller und der Stein bewegt sich an eine andere Stelle. Kann uns irgendetwas anderes als die Rückkehr zum Prinzip sola Scriptura von dieser verrückten, schwindelerregenden und unnützen Fahrt erlösen?" (101-102).
Weil sich die Befürworter der StGK sogar auf den Animismus berufen, untersucht Lowe auch diese Quellen zumal er als Missionar immer wieder mit solchermaßen geprägten Religionen zu tun hat. Das Ergebnis: "Obwohl der animistische Glaube oft die Existenz von territorialen Geistern bestätigt, kann er aus zwei Gründen trotzdem keine Unterstützung für die StGK sein. Erstens ist Territorialität sogar dort, wo sie auftaucht, kein entscheidendes Element des Animismus und zweitens ist das Weltbild des Animismus völlig unvereinbar mit dem des christlichen Glaubens" (103).
Dann geht Lowe den Erfahrungsberichten nach, die bestätigen sollen, dass das Kampfgebet funktioniert. Er legt sich ausführlich Rechenschaft darüber ab, wie man überhaupt mit Erfahrungsberichten umgehen sollen, wenn sie neue Lehren stützen und stellt dabei viele Fragen, die jeden, der solche Geschichten weiterträgt, die Schamröte ins Gesicht treiben sollten. Nun trifft es sich, dass die Ehefrau von Chuck Lowe aus einem Ort in Malaysia stammt, der angeblich durch erfolgreiches Kampfgebet eine Erweckung erlebte. Keine der zahlreichen Nacherzählungen dieser Geschichte ist auch nur in der Lage den Namen des Ortes richtig zu nennen. Es gibt den Berg, auf dem das Gebet über den Ort gesprochen und dadurch von einem Fluch eines jesuitischen Missionars aus dem 16. Jahrhundert befreit worden sein soll in 150 km Umkreis nicht. Der Missionar hat überhaupt keinen Fluch ausgesprochen, sondern aus nicht genau geklärten Gründen die Stadt unter Protest verlassen. Im übrigen hat es vor und nach dem Aufenthalt dieses Jesuiten Christen verschiedener Denominationen gegeben. Es gibt seit Jahrzehnten ein geringes, aber nicht aufsehenerregendes Wachstum der Gemeinden ohne irgendwelche feststellbaren Sprünge. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen in die anderen Geschichten, die kaum überprüft werden können. Aber Lowe nennt noch drei Fehler, die regelmäßig bei der Interpretation von Erlebnisberichten gemacht werden. Der erste: man unterstellt ein Wachstum einer Gemeinde sei durch StGK verursacht, noch ehe man überprüft hat, ob überhaupt irgend jemand StGK praktizierte, ehe das Wachstum begann. Der zweite ist die Verwechslung von Folge und Abfolge. Wenn StGK vor dem Wachstum praktiziert wurde, heißt das noch nicht, dass das erste das zweite auch verursacht hat. Der dritte Fehler ist die tendenziöse Auswahl und Interpretation der Daten.
Nun ist es nicht Chuck Lowes Ziel den geistlichen Kampf um die Errettung von Menschen zu dämpfen, im Gegenteil. Darum wirbt er auch für den Weg Gottes, wie er uns in der Bibel gezeigt wird. Dieser Weg ist aber nicht bestimmt von der Ausschau nach immer neuen Methoden, sondern vom Vertrauen auf die Heilige Schrift. Für Gemeinde und Mission ist eine auf der Schrift basierende Theologie und Praxis überlebenswichtig, während das Jagen nach immer neuen Techniken der Evangelisation nur ermüdet und enttäuscht.
Das Buch von Chuck Lowe bietet auf 191 Seiten ein Fülle von Einsichten: es deckt die irrigen Ideen der Geistlichen Kampfführung auf, die im Vergleich zu Amerika in Deutschland in abgemilderter Form kursieren, aber doch nicht kleinzukriegen sind. Es bietet eine gute und fundierte biblische Lehre über das Wirken der Dämonen und unseren geistlichen Kampf. Schließlich stellt es die moderne Methodenverliebtheit, die auch weite Teile der Gemeinde Jesu ergriffen hat, in Gottes Licht und ruft zum Vertrauen auf Gott zurück. Das Buch kann uneingeschränkt empfohlen werden, erfordert aber gute Englischkenntnisse.

Helmuth Pehlke, Dozent und Fachbereichsleiter für Altes Testament an der FTA in Gießen, legt mit diesem Band eine Übersetzung und Bearbeitung der 1987 unter dem Titel 'Kingdom of Priests' erschienen Geschichte Israels von Eugene H. Merrill (Professor für Altes Testament am Dallas Theological Seminary / USA) vor. Mit dieser ersten deutschsprachigen, bibeltreuen Geschichte Israels seit vielen Jahren schließt sich endlich eine lange bestehende Lücke.
Das besondere Verdienst des Herausgebers ist es, dem Buch ein gegenüber seinem englischen Original überarbeitetes und erweitertes erstes Kapitel beizugeben. Hierin werden sachliche, theologische und historische Fragen zur Abfassung einer Geschichte Israels diskutiert, womit eine hermeneutische Grundlage für alle späteren Ausführungen gelegt wird. Das Zusammengehen von Theologie und Geschichte, von Geschichte und Heilsgeschichte in der Geschichtsschreibung der Bibel, und die sich daraus ergebenden Konsequenzen werden behandelt. Wenn die Darstellung von Geschichte im Alten Testament mit einer theologischen Botschaft verknüpft ist, muss diese bei einer sachgemäßen Geschichtsdarstellung beachtet werden. Der literarische, theologische und historiographische Charakter der biblischen Geschichtsschreibung wird erklärt, allerdings werden weitergehende Fragestellungen, beispielsweise die Frage des Kanons, hier nur gestreift.
Der Ausgangspunkt für die in diesem Werk gebotene umfassende Darstellung der Geschichtsereignisse von den Urvätern bis zur Zeit der Wiederherstellung nach dem Exil ist der Geschichtsbericht des Alten Testaments. Während die historisch-kritische Wissenschaft das Alte Testament als Geschichtsquelle eher gering achtete (insbesondere in der Darstellung der Urvätergeschichte, der Landnahme, der Staatswerdung unter Saul und David etc.), wird der biblische Text hier als inspiriertes Wort Gottes, als vertrauenswürdig und gerade auch in Bezug auf historische Informationen als zuverlässig anerkannt. Dies hat zur Folge, dass sich der Verfasser nicht über den Text stellt und damit anerkennt, dass vermeintliche historische Probleme ihren Ursprung nicht in den Quellen, sondern möglicherweise auch bei dem Historiker haben könnten, der diese Quellen interpretiert. Der Umgang mit den Zahlenangaben der Bibel, sie werden durchweg ernstgenommen, macht beispielhaft diese Haltung des Verfassers deutlich.
Das vorliegende Buch ist nun aber keine bloße Nacherzählung der in der Bibel berichteten Ereignisse, sondern fundierte wissenschaftliche Arbeit. Neben dem biblischen Text werden außerbiblische literarische und archäologische Quellen sorgfältig erhoben und nutzbar gemacht. Dies besonders auch, um historische, soziale, ökonomische und religiöse Hintergründe der berichteten Ereignisse zu beleuchten. H. Pehlkes wichtiger Beitrag ist, dass auch die deutschsprachige und neuere wissenschaftliche Literatur Beachtung findet.
Hilfreich für den Leser sind zum einen die Bibliographie, die auch die deutschsprachige Literatur berücksichtigt, sodann chronologische Tabellen und ein Bibelstellen- und Stichwortregister. Leider ist anzumerken, dass die Übersetzung, insbesondere in den ersten Kapiteln, an einigen Stellen stilistisch nicht immer geglückt ist und Anglizismen des öfteren den Lesefluss hemmen.
Es wird ein wichtiges und insgesamt gelungenes Buch vorgelegt, ein handliches Lesebuch zur Geschichte Israels, zugleich aber auch ein fundiertes Fachbuch. Man kann diesem Buch nur eine große Leserschaft wünschen. Wer sich mit der Geschichte Israels beschäftigt, kann an diesem Buch nicht vorbeigehen und wird es mit großem Gewinn lesen.

Das ist ein ganz bewegendes Buch. Endlich ist das reiche Quellenmaterial vom Leben und Sterben des Paul Schneider gesichtet und in diesem Buch durch Claude R. Foster zusammengestellt worden. Das ist ein Stück Kirchengeschichte und zugleich auch deutsche Geschichte.
Der Kirchenkampf in der Zeit des Dritten Reiches wird geschildert. Paul Schneider, der ein Zeuge des Evangeliums war, ist offensichtlich der erste Märtyrer der Bekennenden Kirche unter dem Hitlerreich. Das Zeugnis von Paul Schneider muss auch heute wieder neue gehört werden. Er darf in der Kirche und darüber hinaus in der Gemeinde Jesu nicht verstummen. Paul Schneider war bewegt von dem, was Gemeinde des Herrn ist, auch in einer Zeit, in der der Führungsanspruch der "Deutschen Christen" immer deutlicher wurde. Das Verhältnis von Kirche und Staat war für Schneider ein wichtiges Thema. Es ging ihm immer wieder nur um die biblischen Prinzipien für die Gemeinde des Herrn. Es war sein Anliegen, die Gemeinde in rechter Weise zu führen. Das hat er getan. Auf keinen Fall wollte er ein "Mietling" sein, der die Herde verlässt. So hat er sich nicht gescheut, mit seinem Presbyterium Lehrer, die ein falsches Evangelium vor die Schüler brachten, unter Kirchenzucht zu stellen. Ihm ging es tatsächlich nur um den Kampf des Evangeliums, der den Heiligen verordnet ist. Er ließ sich nicht blenden von den Menschen, die äußerlich fromm erschienen. Er war in seinem Dienst dem Wort Gottes verpflichtet. Darum hat er auch Gemeindezucht geübt.
Leider hat ein Gemeinschaftsmann aus Hochelheim bei Giessen mit dafür gesorgt, dass Pfarrer Schneider nach Dickenschied versetzt wurde. Später wurde Paul Schneider ermordet, eine Überdosis Strophanthin setzte seinem Leben ein Ende.
Ich musste mich fragen: Wie würde man heute mit dem "Fall Schneider" in unseren Kirchen und Freikirchen umgehen? Ich denke, es würde ihm nicht besser ergehen als vor 65 Jahren. Er würde sicher als ein Verkündiger mit extremen Ansichten verschrieen werden, zumal er ganz am Wort Gottes festhielt. Es ist notwendig, dass wir heute ganz neu die Stimme eines Pastors Schneider hören und uns mit der Geschichte unseres Volkes im Dritten Reich und der Kirche beschäftigen. So ist der Bericht über dieses Leben eine Herausforderung für uns heute. Ich wünsche diesem herausragenden und sehr ansprechenden Buch eine weite Verbreitung.

Diese Schrift beschäftigt sich nicht, wie irreführend vom Titel angenommen werden könnte, ausschließlich mit Drewermann und seinem Bezug zum Buddhismus. Schirrmacher hat mit dieser Auseinandersetzung ein größeres Spektrum eingefangen.
Der katholischer Priester Eugen Drewermann wurde vor allem bekannt durch seine Kritik an der katholischen Kirche in zahlreichen Buchveröffentlichungen. In die Schlagzeilen kam er, als ihm 1991 die Lehrbefugnis und wenig später auch die Predigtbefugnis entzogen wurden. Doch Drewermann richtet(e) seine Angriffe nicht nur gegen die katholische Kirche, vielmehr greift er das Christentum und damit die Bibel selbst an.
Thomas Schirrmacher antwortet auf diese Herausforderung "persönlich betroffen und engagiert". Dabei wirft er Drewermann vor, "Allen Kritikern jede intellektuelle Redlichkeit abzusprechen, ein billiges Verfahren für jemanden, der andere anklagt, nicht genug geforscht und nicht genug zugehört zu haben." (S.6) Genau letzteres wird von Schirrmacher getan: Gründlich hat er geforscht und - wovon die vielen Zitate sprechen - auch zugehört. Er setzt den Angriffen Drewermanns klare Argumente entgegen beziehungsweise entzieht ihnen ihre Basis. Dabei setzt er sich nicht nur mit der Person Drewermanns auseinander. Das Umfeld der Diskussion um Drewermann, die Kirche, in der Drewermann "groß geworden ist" ohne ihr innerlich theologisch verbunden zu sein, die zentralen Elemente des Buddhismus sowie der Dalai Lama selbst werden kritisch unter die Lupe genommen.
Dieses Buch ist daher nicht nur solchen Lesern zu empfehlen, die Interesse an der Person Drewermanns zeigen. Anhand der theologischen Auseinandersetzung mit den Ansichten Drewermanns werden viele brisante Fragen der Kulturentwicklung diskutiert. Nicht zuletzt beschäftigt sich Thomas Schirrmacher engagiert mit der indirekten Aussage Drewermanns, die Umweltkrise sei eine Folge des Christentums, in welchem dem Menschen eine ihm nicht zustehende Sonderstellung zugewiesen werde.
Dem Leser wird schnell klar, wie haltlos die Argumente Drewermanns sind. Aber es ist nicht nur eine christliche Verteidigung, die Schirrmacher hier liefert. Nach gründlicher Lektüre wird man noch überzeugter am "klassischen christlichen Glauben" festhalten können und dafür biblische Grundlagen erhalten, die mehr als eine Alternative zur Anschauung Drewermanns sind.

Klingt der amerikanische Originaltitel "Männer und Frauen: gleich, aber unterschiedlich" noch ziemlich harmlos, so nennt die deutsche Ausgabe schon im Titel "Die Revolution der Geschlechter" das "heiße Eisen" beim Namen - ein umstrittenes Thema, das durchaus auch bibelgläubige Christen zu entzweien vermag. Was daher gleich zu Anfang positiv hervorgehoben werden soll: Strauchs Buch ist nicht nur solide biblisch begründet, sondern vermeidet auch jede unnötige Polemik.
Dabei bezieht der Verfasser von Beginn an deutlich Stellung und bekennt sich als Vertreter des von ihm sog. "komplementären" Standpunkts, d.h. er vertritt die Meinung, dass Mann und Frau von Gott zwar gleich (im Sinne von gleichwertig), aber unterschiedlich (d.h. einander ergänzend) geschaffen wurden. Dies schließt nach Strauch die schöpfungsgemäße Leitungsposition des Mannes und die Unterordnung der Frau mit ein; zugleich verwahrt er sich aber deutlich gegen die Herabwürdigung der Frau durch männlichen Chauvinismus. Dabei bringt Strauch die Sache auf den Punkt, wenn er den Streit um Mann und Frau nicht als das eigentliche Problem, sondern als Symptom einer tiefer liegenden Ursache diagnostiziert: In der heutigen Gemeinde Christi greift in erschreckendem Maß ein "biblisches Analphabetentum" um sich (S. 7f). Wo jedoch eine solide Bibelkenntnis nicht mehr Grundlage des Glaubens ist, steht der einzelne Christ wie auch ganze Gemeinden in der ständigen Gefahr, jedem Wind der (Irr-)Lehre zum Opfer zu fallen.
Das Buch ist in sechs Kapitel gegliedert, denen der Verfasser ein kurzes Vorwort sowie eine ausführlichere Einführung in den Hintergrund der Kontroverse voranstellt. Ein Stichwortverzeichnis und zahlreiche Anmerkungen schließen das Buch ab. Jedes Kapitel und die Einführung, ja selbst das Vorwort schließt mit Fragen zur Reflexion. Es ist also ein Arbeitsbuch, welches das aktive Mitdenken des Lesers erfordert. Dennoch ist das Buch weder trocken noch langweilig geschrieben, sondern hält stets Bezug auf die lebendige Glaubenspraxis. Die Sprache ist allgemeinverständlich gehalten, so dass auch Leser ohne größeres theologisches oder sprachliches Vorwissen der Argumentation gut folgen können.
Der Autor verzichtet zwar auf die Heranziehung der Ergebnisse säkularer Wissenschaft und beschränkt sich auf die Auslegung der Bibel; doch hindert ihn dies keineswegs daran, dem Leser eine tiefgehende Auslegung zu liefern. Im Gegenteil, auf diese Weise unterstreicht er vielmehr die heute bei vielen Evangelikalen leider in Vergessenheit geratene Allgenugsamkeit der Bibel und fördert ihre Autorität. So werden nahezu alle Hauptstellen der Heiligen Schrift zum Thema gründlich untersucht und im gesamtbiblischen Zusammenhang beleuchtet. Zahlreiche Einwände der feministischen Theologie werden fair dargestellt und gründlich widerlegt. An einigen Stellen kommt Strauch nicht umhin, auch die biblischen Sprachen zu bemühen. Dies erscheint dem Rezensenten zwar in gewissem Maße problematisch, da Leser, die das Hebräische und Griechische nicht beherrschen, diese Argumente nicht selbst nachprüfen können; doch ist es wohl allemal besser, dass Strauch hier sein Licht nicht unter den Scheffel stellt, als die feministischen Verdrehungen der Bibel einfach unwidersprochen stehenzulassen.
Weiter ist positiv zu vermerken, dass der Verfasser sich nicht blind auf menschliche Autoritäten beruft, sondern dass seine Argumentation christozentrisch ist: Wie Jesus Christus mit der Heiligen Schrift umgegangen ist, bestimmt Gedankengang und Begründungen des Autors. So zieht er im ersten Kapitel den Bogen von den Aussagen Christi im Neuen Testament zu den Grundlagen der Schöpfung; in Kapitel 2 weist er darauf hin, dass Christus die Leitung der Gemeinde in die Hände von Männern legte; die Lehren dieser Männer, der Apostel, bezeichnet er im dritten und vierten Kapitel im eigentlichen Sinn als Lehren Christi, um in Kapitel 5 nochmals zu betonen, dass Christus und seine Apostel klar und deutlich geredet haben: Wer wissen will, was die Schrift lehrt, braucht sie einfach nur für sich selbst sprechen lassen. Auch hier gräbt Strauch ein weiteres Goldstück biblischer Glaubensschätze aus: die Lehre von der Klarheit der Schrift, die sich selbst auslegt und nicht erst menschlicher Auslegung bedarf, um überhaupt verständlich zu werden. Zu recht weist er darauf hin:
"Die grundlegende Gefahr der evangelikalen Feministinnen geht von ihren Methoden der Bibelauslegungen aus. Sie untergraben ... die Glaubwürdigkeit, Integrität und Autorität von Gottes geschriebenem Wort. Sie machen aus der Bibel ein absolut verwirrendes Buch ... Die nächste oder übernächste Generation wird den Schaden ernten, der der Glaubwürdigkeit der Bibel angetan wurde, da immer mehr unakzeptable Lehren durch diese ... Auslegungsmethoden aufgestellt werden" (S. 133).
Allerdings mag dem Rezensenten die Frage erlaubt sein, ob dieser prophezeite Schaden nicht schon längst in den Gemeinden eingetreten ist.
Zuletzt ist "Die Revolution der Geschlechter" auch ein Werk mit seelsorgerischer Tiefe: Zum einen ermutigt Strauch den Leser im abschließenden sechsten Kapitel, auch gegen den Druck des Zeitgeistes an den Maßstäben der Bibel festzuhalten; zum anderen erschöpft er sich nicht einfach darin, rein theoretisch zu lehren, was Männer dürfen und was Frauen nicht dürfen, sondern liefert durchweg eine praxisbezogene Sicht dessen, wie sich Männer wie Frauen aktiv in den Dienst für Gott einbringen können und sollen.
Zwei kleinere "Haare in der Suppe" wären dennoch zu bemängeln: Zum einen spricht Strauch in Bezug auf Mann und Frau durchgehend von "Rolle", "Rollenverständnis", "Rollentausch" usw. Hiergegen ist durchaus Werner Neuer zuzustimmen, der in seinem Buch Mann und Frau in christlicher Sicht (Gießen; Basel: Brunnen, 5., neu bearb. Aufl. 1993, S. 22-24) darauf hinweist, dass der "Rollen"-Begriff den Tatsachen nicht gerecht wird, da Männer und Frauen ihr Geschlecht nicht (beliebig austauschbar) "spielen", sondern schöpfungsbedingt ihrem Wesen nach Mann bzw. Frau sind. Da Strauch Neuers Buch kennt (er zitiert es mehrfach), ist es um so bedauerlicher, dass er sich dennoch dieser irreführenden Begriffe bedient.
Zweitens klingt der Begriff "evangelikal-feministisch", mit dem Strauch das Lager derer bezeichnet, die sich zugleich zum biblischen Glauben und zu einer feministischen Schriftauslegung bekennen, doch etwas verunglückt. Wenn auch viele "evangelikale" Feminist(inn)en dies so nicht sehen können oder wollen, so sind biblischer Glaube und Feminismus zwei einander ausschließende Größen. Das zeigt nicht zuletzt Strauch selbst im vorliegenden Werk. Um der Klarheit der Begriffe willen wäre daher in künftigen Auflagen eine andere Wortwahl wünschenswert. Im Verhältnis zum Gesamtwert seines Werkes mag man dies dem Verfasser aber nachsehen.
Um es zusammenzufassen: Angesichts der immer größer werdenden lehrmäßigen Verwirrung ist dieses Buch in der Tat "ein Wort, geredet zur rechten Zeit". Gegenüber einem immer mehr um sich greifenden "biblischen Analphabetentum" bietet es durch seine klare Rückführung zur Bibel und durch die allgemeinverständliche Lehre und Anwendung sauberer Auslegungsmethoden eine wertvolle Orientierungshilfe. Es ist daher unbedingt zu empfehlen.

Pastor Reinhard Möller gebührt Dank für seinen 100-seitigen Beitrag für die Gemeinde Jesu. Was ist nur los an den Ausbildungsstätten?. Hat sich Apg 20, 28-31 nun auch bei den Bibeltreuen bewahrheitet?
Der Titel des Buches ist von den Liebenzellern geliehen, die von sich behaupten, dass niemand sie "an Bibeltreue überholen" übertreffen oder überbieten könne. Sorgfältig überprüft Möller diesen Anspruch des CTL-Konsortiums und das Verständnis des Begriffs "Bibeltreue" bei einem der Leiter, dem Liebenzeller Studiendirektor Dr. Heinzpeter Hempelmann.
Im Buch kann man lernen, wie strategisch überlegt und wie die Gegner der Irrtumslosigkeit der Bibel in der Auseinandersetzung um den neuen Ausbildungsplan der CTL-Seminare vorgehen!
Der Verfasser zeigt, welche Erfahrungen die Kritiker im Umgang mit den CTL-Vertretern machten und meint, dass es auf Seiten der CTL-Seminare an einer christlichen, sachgemäßen und wahrhaftigen Auseinandersetzung fehlte (S.10). Die Kritiker sind erfahrene Männer im Glauben, die Chrischona, Tabor und Liebenzell bereits seit längerer Zeit kennen, und auch die kritischen Überzeugungen des Studiendirektors Heinzpeter Hempelmann.
Möller empfiehlt dem Leser, zu prüfen (S. 7, 13, 42 u.a.). Sind Gesprächsverweigerung, Hausverbot, Verhinderung von Publikationen, Verschmähung, Abschottung, Entlassung, (S. 10, 48, 50, 58, 91) die christlich gebotenen Maßnahmen, wenn sich entschiedene Christen gegen die von on ihnen erkannte Herabsetzung des Wortes Gottes melden? Das brüderlich-kritische Wort wird von vornherein nicht angenommen, resümiert Möller in seiner Reaktion gegenüber Frisches Diffamierung Gassmanns (S. 57).
Hempelmann bekennt sich nicht zu seinem öffentlichen Vortrag über die von ihm vertretenen alttestamentlichen Quellenscheidungstheorien (S. 91). Spielt Hempelmann hier mit dem Wort 'Veröffentlichung', um die Wahrheit zu umgehen? Möller jedenfalls bemerkt ironisch: "Sollte der Autor sein eigenes Vortragsmanuskript tatsächlich nicht mehr besitzen, stelle ich ihm gerne eine Kopie zur Verfügung" (S. 91). Er stellt fest "dass die sachliche Auseinandersetzung auf gemeinsamer christlicher Grundlage gar nicht erwünscht ist" (S. 91). Wer nicht bereit ist, sich ermahnen zu lassen und sich zu ändern, ist "ganz verkehrt ... und sündigt" und spricht "sich selbst damit das Urteil" (Tit 3,11).
Der Verfasser zeigt weiter auf, wie bei Hempelmann Worte neue Bedeutungen bekommen, anders verstanden werden: für Hempelmann ist die Person bibelkritisch, die an der Irrtumslosigkeit der Bibel festhält (weil diese Person angeblich zu viel in die Bibel hineinliest). Und bibeltreu ist für Hempelmann derjenige, der die Bibel als Gotteswort und Menschenwort (S. 39, 78ff), eben in seiner "Niedrigkeitsgestalt" (S. 45, 74, 86ff), oder "so wie sie ist" (S. 39) annimmt. Das bedeutet für Hempelmann, die Bibel habe Schwächen, Ungenauigkeiten, Irrtümer usw. Diese Haltung wird z.B. von Werner Lederle (S. 44) oder Gerhard Hörster (S. 79) unterstützt.
Durch die inhaltliche Veränderung bekannter Worte wie "Bibeltreue" oder "Bibelkritik" muss der Leser gut auf die Formulierungen aufpassen. Möller deckt diese Neuformulierungen auf und erklärt ihre Untauglichkeit in bezug auf ein echtes bibeltreues Schriftverständnis (S. 31ff, 39ff, 91-93). Auf S. 39 bringt Möller ein Beispiel: "Die Bibel ist Gotteswort und Menschenwort zugleich. So wie sie ist, hat Gott sie uns gegeben." (Bestimmt gibt es Leser und Spender, die diese Sätze nicht in "hempelmännischer" Weise verstehen). Interessant ist auch die Umstellung und Veränderung mit folgendem "Darum". Es bezieht sich nämlich auf: "So wie sie ist, hat Gott sie uns gegeben". Und darum "lehnen wir jede Form von Bibelkritik ab". "Ist das nicht ein Schlausein wie die Schlangen?", fragt der Autor.
Hempelmann versteht volles Vertrauen in die irrtumslose Schrift als Bibelkritik. Verkehrte Welt? Nein, traurige Realität an ehemals bibeltreuen Einrichtungen! Wer wie Hempelmann weiter behauptet, die Bibel - so wie sie ist, wie Gott sie uns gegeben hat - ist unvollkommen, und nur im Kern vertrauenswürdig (S. 86), begeht Bibelkritik, Kritik an der Vertrauenswürdigkeit des Wortes Gottes! Obwohl Hempelmann von einer Unfehlbarkeit der Bibel spricht, muss man sehen, wie er das versteht: "Wir setzen voraus, dass die Bibel, so wie sie ist, Gottes Wort und dass sie als solches unfehlbar ist".
Möller stellt dar, wie tendenziös und einseitig Hempelmann in seinen Darstellungen arbeite. So wird im Buch "Grundlage der Schriftauslegung" die bibeltreue Hermeneutik "völlig" unterschlagen (S. 16). Die Chicago-Erklärungen aus den hätten Hempelmann bekannt sein müssen, hat er zudem auch "fundamentalistische Freunde" (S. 90), die jedoch namenslos verbleiben. Liberale und bibelkritische Evangelikale scheinen es eher wert, mit Namen und Anerkennung bedacht zu werden. So bringt er gerne Stuhlmacher, Käsemann, und Barth zur Sprache, auch sein Vorbild Schlatter und Martin Luther, wobei er Luther als Bibelkritiker missbraucht (S.18-21).
Ein schwerwiegender Kritikpunkt an den CTL-Seminaren ist das Weglassen guter bibeltreuer Standardlektüre. Möller nennt die Namen bibeltreuer deutschsprachiger Theologen, deren Fachliteratur "gar nicht zu finden ist" (S. 52).
"Für Hempelmann ist die Bibel nur dann glaubwürdig, wenn sie Irrtümer beinhaltet" (S. 89). Eine 100%ige historische Sicherheit, dass Jesus gelebt hat und auferstanden ist, gebe es nicht (S. 73).
Luther wird "falsch oder uminterpretiert" (S. 18ff), Hamann nicht richtig verstanden oder (bewusst) uminterpretiert (siehe Kaiser und Düsing, S. 62), das bekannte Verständnis von Bibeltreue uminterpretiert (S. 53 oder 73: "dieses Festhalten am Etikett "bibeltreu" ist nur möglich, wenn der Inhalt umgedeutet wird), das Geheimnis der Inspiration wird uminterpretiert in Gottes Wort und Menschenwort, das heißt, Gott hat es gefallen, eine solche unvollkommene Schrift dem Menschen zu geben (S. 78ff).
Diese Herabsetzung des Wortes Gottes umschreibt Hempelmann mit der "Niedrigkeitsgestalt des Wortes Gottes" (S. 86ff). Möller bemerkt, dass dieser Ausdruck "gar keinen biblischen Hintergrund hat" (S. 87), sondern "einem ideologischen Denken, das dem inspirierenden Wirken des Geistes Gottes fremd ist", entspringt (S. 87f). Zu dieser "Niedrigkeitsgestalt des Wortes Gottes" gehörend sieht Hempelmann auch den "anstößigen Sachverhalt, dass sich die Gesamtchristenheit [sic!] bis heute nicht auf einen einzigen verbindlichen Kanonumfang einigen kann" (S. 82). Möller empfindet diese Äußerungen Hempelmann's zur Kanongeschichte "geradezu unglaublich" (S. 82) und fragt zuvor: "Ist es tatsächlich so, dass das Theologische Seminar der Liebenzeller Mission, die Mission und das Gemeinschaftswerk gemäß Konsens hiermit bezeugen: der Umfang, also die Anzahl der zur Heiligen Schrift zu rechnenden Bücher sei offen?"
Möller beobachtet weiter, wie Hempelmann noch auf Gott selbst eingeht und dabei einiges zutage fördere, was der biblischen Beschreibung von Gott widerspreche. Dazu zitiert der Autor Hempelmann: "…weil sie [die Bibel] so [unvollkommen] ist, wie Er sie wollte; weil sie auch und gerade in dieser Form Seinem Wesen entspricht…" (S. 89). In gleicher Weise auf S. 90: "Hempelmann möge den Lesern bitte unbedingt erklären, inwiefern 'die von uns wahrgenommenen Fragen, Probleme, 'Spannungen', 'Widersprüche', 'Fehler' zugleich 'Gott entsprechende Merkmale' sind…".
In Summa (S. 36) sagt der Verfasser, dass CTL und ihre Repräsentanten, Sprecher und auch Unterstützer gegen die Gemeinde Jesu arbeiten, die das Wort Gottes für irrtumslos hält und Gott für vollkommen. Buße sei der einzige Ausweg. Wenn es zu keiner bußfertigen Umkehr komme, müsse der Gemeinde Jesu Bescheid gesagt und sie zur gebotenen Tat angehalten werden (1Kor 5, 13)!
Ein Ältester war wachsam und hat informiert! Wir danken Pfarrer Möller dafür und empfehlen sein Buch als Lektüre zur eigenen Urteilsbildung.

Eine Evangelienharmonie auf 290 S. Evangelienzusammenstellungen sind nichts Neues. Was ist nun das Besondere an diesem Buch?
Die Titelreihe des Jota-Verlags verrät es: der Autor stellt in seiner Arbeit speziell den zeitgeschichtlichen und prophetischen Zusammenhang des Lebens Jesu dar. In Ergänzung zu den Evangelientexten finden wir jeweils auch biblisch-alttestamentliche Texte sowie religions- und profangeschichtliche Erklärungen. Wussten Sie beispielsweise, dass etwa zur selben Zeit, als Jesus geboren wurde, die Römer die Provinz Germanien errichteten mit der Hauptstadt Köln (S. 18+28)?
Vanheiden wählt eine übersichtliche Darstellungsform, indem er Jahr-für-Jahr-Berichte verfasst. Das Buch beginnt bei 20 vor Christus (die letzten Jahre vor der Geburt) und endet Mitte Mai 30 nach Christus (nach der Himmelfahrt des Herrn). Manche Annalen fallen aus oder sind sehr kurz - entsprechend dem Befund in den Evangelien -, andere sind ausführlich. Nach 46 Seiten finden wir uns bereits im "Januar 28 n. Chr." wieder, die letzten 3 Jahre füllen die restlichen 244 Seiten.
Sehr zutreffend nennt Karl-Heinz Vanheiden bereits im Vorwort als eine große Schwierigkeit die Einordnung des "Festes" der Juden in Joh 5. Er datiert schließlich die Geburt Jesu auf "7 vor Christus." Damit beginnt die "Chronik des Lebens Jesu." In der Zusammenstellung der biblischen Evangelientexte folgt Vanheiden "im Wesentlichen (Vorwort)" der Kompilation von Kermit Zarley (Das Leben Jesu: die authentische Biographie).
Hilfreich für den Überblick hebt sich der Bibeltext durch seinen zweispaltigen Druck vom übrigen Buch ab. Die Bibel-Referenzen zum Nachschlagen sind jeweils vermerkt. Am Schluss des Buchs findet man, was man sich von einem gut gearbeiteten Studienbuch wünscht: Literaturverzeichnis, Bibelstellen-, Personen- und Sachregister.
Selbstverständlich kann die Auswahl der historischen Begleitereignisse nur subjektiv ausgewählt sein. Die Auswahl der Informationen scheint gut gelungen und dem besseren Verständnis der Bibel zu dienen.
Bei der Fülle des Stoffs kann es nicht ausbleiben, dass der fachkundige Leser das eine oder andere anders einordnen wird. Oder vermissen. Bei der Einsetzung des Abendmahls beispielsweise hätte man den christlichen Leser anhand einer Pessach-Haggadah ("Liturgie") zu dem Ursprung des Herrenmahls im Passahfest führen können. Obwohl die heute bekannten Formen des Festessens nicht unbedingt zur Zeit Jesu in gleicher Art ausgeprägt waren (darauf weist Vanheiden hin). Andererseits die Hallel-Psalmen an dieser Stelle ausgeschrieben.
Insgesamt: ein gelungenes Buch. Empfohlen nicht nur zum Lesen, sondern zum Studieren.

Vor uns liegt ein Jahrespsalter für die tägliche Andacht. Das Gebetbuch der Bibel wird hier dem Leser und Beter zugänglich gemacht. Für jeden Tag ein Teil eines Psalms mit einem packenden Alltagsbericht ergänzt. Liedstrophen, (be)merkenswerte Gedanken, Kurzinformationen erläutern den Text. Besondere Merkverse und Aussprüche helfen, den Text zu verstehen. Ein Lied aus dem Liedschatz der Gemeinde Jesu verdeutlichen den Text. Die Psalmen helfen uns, Gott den Herrn über allem anzurufen. So vermitteln die Psalmen Menschsein, Hoffnung, Zuversicht und Vertrauen auf die Hilfe des Herrn. Alles ist ausgerichtet auf die Hoffnung der Glaubensgemeinde.
Lassen Sie sich mit hineinnehmen in diese Psalmlesung! Sie will hinführen zum Gebet, zum Reden mit Jesus.