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2001-4 |
Aus dem Bibelbund |
Traditionell sind die Tagungen und Kongresse des Bibelbundes eher im Süden der Republik angesiedelt. Dies liegt an der geografischen Verteilung der Mitglieder mit entsprechendem Schwerpunkt. Darum verband sich mit der Wahl von Detmold zum diesjährigen Tagungsort durchaus der Gedanke, etwas für die Bekanntheit des Bibelbundes zu tun. Dass dies nötig ist, zeigt sich an der steten Verwechslung mit dem Bibellesebund. Freilich gibt es schlimmere Verwechslungen... Doch sind wir überzeugt, dass der Bibelbund nach wie vor einen eigenständigen Beitrag leisten kann und auch leisten muss.
Sehr herzliche Aufnahme fanden wir in einer großen Aussiedler-Gemeinde. Für die vielerlei organisatorischen Arbeiten fanden wir stets ein offenes Ohr und engagierte Mitarbeiter. Zu bestimmten Vorträgen stellten sie auch den größten Anteil der Zuhörer.
Thematisch ging es bis in den Abschlussgottesdienst um Erziehung. Michael Kotsch verstand es ausgezeichnet, seine Zuhörer für einen Rückblick in die Vergangenheit christlicher Erziehung zu gewinnen. Person und Erziehungskonzept einer herausragenden Persönlichkeit des 17./18. Jahrhunderts, August Hermann Francke, stehen für christliche Erziehungsziele und durchdachte pädagogische Konzepte. Noch heute finden sich Spuren davon in den pädagogischen Systemen, obwohl diese teilweise weit auseinander drifteten. Für Eltern waren es mehr als nur anregende Gedanken. Aus der Sprache von damals übersetzt, bleibt der Eindruck von Grundsätzen, die heute anwendbar sind. Francke liebte die anvertrauten Kinder und sparte Strenge nicht aus, weil er für sie das Gute wollte.
Aus der bunten Vielfalt von Trends, dem Eltern und Kinder ausgesetzt sind, griff der nächste Referent, Klaus Rudolf Berger, das neue Leser-Idol Harry Potter heraus. Wie stark damit bereits okkulte, esoterische und Horror-Elemente in die Schule eingezogen sind, wird manchen überrascht haben. Dabei verzichtete er auf jede Art Panik, empfahl aber das Gespräch von Eltern und Lehrer.
In weiteren Referaten stand die "Christliche Schule" im Mittelpunkt. Obwohl sie in den letzten Jahrzehnten ein gewaltiges Stück vorangekommen sei, stehe sie ständig vor neuen Fragen und Herausforderungen. So bleibt auf der einen Seite Dankbarkeit, auf der anderen Seite viel Anlass zu Bitte um Weisheit und Führung, damit christlicher Glaube überzeugend gelehrt und gelebt werden kann.
Zwar zum Schluss, aber keineswegs nur am Rande erfuhren die Zuhörer biblische Prinzipien christlicher Erziehung. Schon im Alten Testament gehörte es zur vorrangigen Aufgabe der Eltern, den Kindern die Taten ihres Gottes zu schildern und sie zur Liebe zu IHM anzuhalten. Thematischer Schlusspunkt und zugleich Höhepunkt war am Sonntag die Predigt über "Gottes Erziehungswege in der Bibel".
Obwohl die Themen zweifellos besonders für Erzieher, also Lehrer wie Eltern, geeignet schienen, blieben viele Plätze unbesetzt. Warum eigentlich?
Richard Bergmann , Jg. 1951, verh,.3 erw. Kinder, ist Vorsitzender des Bibelbundes.
Anschrift:
Bergstraße 2
D-09392 Auerbach